Gmunden, Johannes von

1380–23.02.1442

Allegorie zur Fünfhundertjahrfeier 1865: Die Förderer und berühmtesten Lehrer der Universität Wien
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Ehrentafel-Fakultät Philosophische Fakultät 1965

Das Professorenkollegium der Philosophischen Fakultät beschloss im Juni 1964, die Aufnahme von Johannes von Gmunden und Johannes Müller (Regiomontanus) in die Ehrentafel der Fakultät zu beantragen. Der Akademische Senat der Universität Wien stimmte dem Antrag in seiner Sitzung vom 27. Juni 1964 einstimmig zu. Erst nachträglich legte der Geograph Prof. Hans Spreitzer am 8. Juli 1964 dem Professorenkollegium der Philosophischen Fakultät einen ausführlichen Antrag samt Würdigung vor:

 „Da auf der Ehrentafel der Phil. Fakultät zwei bedeutende Gelehrte aus dem ersten Jahrhundert des Bestandes der Universität nicht eingetragen sind, wird beantragt, die Namen von Johannes von Gmunden und Johann Müller aus Königsberg, genannt Regiomontanus in die Ehrentafel aufzunehmen. Für eine Reihe von Wissenschaften, besonders Mathematik, Astronomie, Geographie (Kartographie) ist das Wirken beider Männer von Bedeutung gewesen. Beide gehörten sowohl als Schüler wie auch als Lehrer der Wiener Universität an. Ihre Eintragung in die Ehrentafel wäre umso mehr gerechtfertigt, als der Lehrer Regiomontanus, Georg von Peurbach, bereits auf der Ehrentafel eingetragen ist. […]
Durch die Wiederbelebung des antiken Weltbildes ist [Johannes von Gmunden] für Mathematiker, Physiker, Astronomen und Geographen wichtig, für letztere besonders als Begründer der ersten Kartographenschule in Mitteleuropa zu Beginn des 15. Jahrhunderts. […]
Auch [Regiomontanus] ist vor allem durch astronomische Beobachtungen und die Wiederbelebung des Ptolemaios wichtig.“
(Hans Spreitzer, Geographisches Institut, an Professorenkollegium der Philosophischen Fakultät, 8. Juli 1964, in: Archiv der Universität Wien, Akademischer Senat GZ 6 ex 1963/64)

Das Professorenkollegium der Philosophischen Fakultät beschloss am 23. Juli 1964 nochmals einstimmig die Eintragung, die im März 1965 beauftragt und durchgeführt wurde.

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1413/14 Artistenfakultät
Dekan*in 1423 Artistenfakultät
Vizekanzler 1426
Allegorie zur Fünfhundertjahrfeier 1865: Die Förderer und berühmtesten Lehrer der Universität Wien
Allegorie zur Fünfhundertjahrfeier 1865: Die Förderer und berühmtesten Lehrer der Universität Wien
Ehrentafel der Philosophischen Fakultät, Aula der Universität Wien
Ehrentafel der Philosophischen Fakultät, Aula der Universität Wien

Astronomie

Artistenfakultät

Johannes von Gmunden wurde am 13. Oktober 1400 an der Universität Wien immatrikuliert, was 1402 Kandidat des Bakkalaureats und wurde am 31. März 1406 zum Magister Artium promoviert. Seine akademische Lehrtätigkeit an der Universität Wien begann 1408 und ist bis 1434 nachzuweisen. 1413 und 1423 war er Dekan der Artistenfakultät.

Archiv der Universität Wien, Akademischer Senat, GZ 6 ex 1963/64; Philosophische Fakultät GZ 120/1-2 ex 1963/64 (Ehrentafel).

Literatur und gedruckte Quellen

Wolfgang Eric Wagner, Universitätsstift und Kollegium in Prag, Wien und Heidelberg: Eine vergleichende Untersuchung spätmittelalterlicher Stiftungen im Spannungsfeld von Herrschaft und Genossenschaft: Zugl.: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 1999. Europa im Mittelalter. Bd. 2 (Berlin 1999), online unter http://www.oldenbourg-link.de/isbn/9783050034287.
Joannes Joseph Locher, Speculum academicum Viennensis seu Magistratus antiquissimae et celeberrimae Universitatis Viennensis, a primo ejusdem auspicio ad nostra tempora chronologice, historice, et lemmatice (Wien 1773), online unter http://phaidra.univie.ac.at/o:296305.