Unger, Josef

o. Univ.-Prof. Dr. jur.

02.07.1828–02.05.1913

geb. Wien, Österreich
gest. Wien, Österreich

Joseph Unger (1828–1913), Bürgerliches Recht, Politiker
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal Arkadenhof Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1928

Das Professorenkollegium der Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät fasste bereits im Juli 1922 den Beschluss, beim Akademischen Senat die Errichtung eines Denkmals für Josef Unger zu beantragen. Dekan Ernst Schwind führte dazu aus:

Die weltbekannte Persönlichkeit und seine wissenschaftliche Tätigkeit sprechen für diesen Antrag so überzeugend, dass ich ihn wohl nicht näher zu begründen glaube.

Erst nach der Schenkung einer Porträtbüste, welche vom Bildhauer Kaspar von Zumbusch angefertigt worden war (vermutlich 1893/94), durch Baron Giorgio Enrico (George Henry bzw. Georg Heinrich) Levi, dem Schwiegersohn Ungers, sowie dessen Sohn Antonio (Anton, Anthony) aus Florenz konnte sechs Jahre später der Plan verwirklicht werden. Die Büste wurde anläßlich des hundertsten Geburtstages des Geehrten im Rahmen einer akademischen Festveranstaltung am 02.07.1928 im Arkadenhof enthüllt. Die Festrede hielt Professor Gustav Walker.

Das Denkmal für Josef Unger wurde nach dem "Anschluss" 1938 aus rassistischen Motiven entfernt und erst 1947 im Zuge des Wiederaufbaus in den Arkadenhof rückgeführt.

siehe auch u:monuments: Denkmal Josef Unger

Ehrentafel-Fakultät Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1925

Die Eintragung der Namen der ehemaligen Professoren der Universität Wien Josef Unger und Heinrich Lammasch in die Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät wurde am 14. Juli 1925 durch das Professorenkollegium der Fakultät beschlossen:

„Auf den Ehrentafeln der Fakultät werden der bestehenden Ueberlieferung gemäss solche Namen berühmter Fakultätsmitglieder eingetragen, die über den Kreis ihres wissenschaftlichen Faches und der Lehrkanzel hinaus eine grosse Tätigkeit entwickelt haben, die ihnen ein bleibendes Gedenken und hohe Wertschätzung in der Geschichte des geistigen und politischen Lebens unseres Vaterlandes sichert. – Das trifft für die Professoren Joseph Unger und Heinrich Lammasch unserer Fakultät zu.“

Der Senat der Universität Wien gab am 16. Juli 1925 seine Zustimmung. Am 17. Juli 1925 beauftragte der Rektor der Universität Wien Hans Sperl die Universitäts-Gebäude-Inspektion mit der Durchführung der Eintragung.

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1863/64 Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Joseph Unger (1828–1913), Bürgerliches Recht, Politiker
Joseph Unger (1828–1913), Bürgerliches Recht, Politiker
Joseph Unger (1828–1913), Bürgerliches Recht
Joseph Unger (1828–1913), Bürgerliches Recht
Denkmal für Joseph Unger (1828–1913) im Arkadenhof der Universität Wien, gestaltet von Kaspar von Zumbusch, enthüllt 1928
Denkmal für Joseph Unger (1828–1913) im Arkadenhof der Universität Wien, gestaltet von Kaspar von Zumbusch, enthüllt 1928
Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Aula der Universität Wien
Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Aula der Universität Wien

Joseph Unger studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Als Privatrechtsdogmatiker war er an der Schaffung der Haftpflichtgesetze und zusammen mit Julius Glaser an der Reform der Zivilprozessordnung (ZPO) mitbeteiligt. Unger lehrte ab 1857 als ordentlicher Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Wien. Er gilt heute als „Vater der historischen Rechtsschule“ in Österreich, vor allem aufgrund seiner wichtigen Rolle bei der Umsetzung der Studienreform 1855 an der juridischen Fakultät der Universität Wien. 1881 wurde er zum Präsidenten des österreichischen Reichsgerichts ernannt.

Archiv der Universität Wien, Senat GZ 1076 aus 1924/25 (Eintragung Ehrentafel).

Archiv der Universität Wien, Senat S 90.42 (Errichtung des Denkmals im Arkadenhof).

Literatur und gedruckte Quellen

Franz-Stefan Meissel, Joseph Unger. Der Jurist als „politischer Professor“. In: Universität – Politik – Gesellschaft, herausgegeben von Mitchell G. Ash, Josef Ehmer, 209-216 (Göttingen 2015), online unter http://www.vr-elibrary.de/doi/pdf/10.14220/9783737004138.209.
Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien (Wien 2007).