Goldstaub (Galton), Herbert

01.10.1917–12.12.2004

geb. Wien, Österreich
gest. Wien, Österreich

Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andr…

Herbert Goldstaub (Galton)

Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal „Vertriebene Historiker*innen“ Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät 2022

Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andr…
Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andraschek, 2022)

Herbert GOLDSTAUB (später: GALTON), geb. am 1. Oktober 1917 in Wien (heimatberechtigt in Lwów/Polen, Staatsbürgerschaft: Polen), Sohn von Karl Goldstaub (Handelsvertreter, verstorben), wohnte in Wien 7, Westbahnstraße 35, war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Philosophischen Fakultät im 5. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Slawistik, Orientalistik und Geschichte.

Er wurde im Nationalsozialismus nach dem "Anschluss" aus rassistischen Gründen gezwungen, das Studium abzubrechen und die Universität Wien zu verlassen.

Nach einer Verhaftung im November 1938 in Wien flüchtete er Ende 1938 illegal in die Niederlande, wo er interniert wurde, und 1939 weiter nach Großbritannien, wo er anfangs mit Hilfe eines Stipendiums sein Studium fortführen konnte, dann aber von 1940-1956 beim Britischen Rundfunk arbeitete, anfangs beim Abhördienst für den slawischen Bereich, dann als Leiter der Abteilung für Jugoslawien.

1947 wurde er britischer Staatsbürger und änderte seinen Nachnamen von GOLDSTAUB zu GALTON. Nebenbei setzte er sein slawistisches Studium in London fort, wo er 1951 promovierte. 1956 übersiedelte er nach Wien, und arbeitete in der Rundfunkabteilung der US-Botschaft.

1962 ging er als Ass. Prof. an die University of Kansas, USA, wo er 1969 full Professor wurde und bis zu seiner Emeritierung 1988 arbeitete (seit 1967 war er US-Staatsbürger), danach kehrte er wieder nach Wien zurück und arbeitete weiter slawistisch und schriftstellerisch und war auch im Austausch mit dem Slawistik-Institut der Universität Wien.

Er starb am 9. Dezember 2004 in Wien

Ehrung

Seit 2009 wird an ihn im "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" erinnert (online).

Seit 2022 findet sich sein Name auch auf dem "Wenn Namen leuchten | Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden der Universität Wien", im ersten Stock des Hauptgebäudes der Universität.

 

Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1937-1938

Autor*innen

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert

23.10.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Herbert Posch, Martina Fuchs, Wenn Namen leuchten. Von der Universität Wien 1938 bis 1945 vertriebene Geschichte-Studierende und -Lehrende: ein Denkmal. Austria:Forschung und Wissenschaft:Geschichte (Wien, Münster 2022).
Herbert Posch, Doris Ingrisch, Gert Dressel, „Anschluß“ und Ausschluss 1938. Vertriebene und verbliebene Studierende der Universität Wien. Emigration-Exil-Kontinuität. Schriften zur zeitgeschichtlichen Kultur- und Wissenschaftsforschung (Münster Wien Berlin 2008).
Carina Brandstetter, Die vertriebenen Studierenden der Universität Wien im Exil in Großbritannien 1938–1945, ungedr. phil. Dipl. Univ. Wien (Universität Wien 2007).
Utz Maas, Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933–1945. Bd. 2: Einleitung und biobibliographische Daten G–Q (Osnabrück 2004).