Öttl, Anton Roman von

Dr. jur.

1678–15.11.1735

geb. Wallsee, Niederösterreich, Österreich
gest. Wien, Österreich

Thesenblatt der am 28. November 1703 von Anton Roman von Öttl geführten Disputation

Anton Roman von Öttl

(Josephus Romanus ab Oettl)

Funktion Zeitraum Fakultät
Universitätssyndicus und -notar 1708–1724
Thesenblatt der am 28. November 1703 von Anton Roman von Öttl geführten Disputation
Thesenblatt der am 28. November 1703 von Anton Roman von Öttl geführten Disputation
Bericht über die Disputation Öttls im „Wienerischen Diarium“ vom 3. Dezember 1703
Bericht über die Disputation Öttls im „Wienerischen Diarium“ vom 3. Dezember 1703

Über den Juristen Anton Roman von Öttl ist nicht allzu viel bekannt. Anton Roman war ein Bruder von Anton Joseph von Öttl, der 1707/08 Rektor der Universität Wien war. Anton Roman wurde am 22. Dezember 1678 als Sohn von Andreas Öttl, Verwalter der Herrschaft Niederwallsee, und seiner Frau Maria Scholastica, geb. Schrad, in der Pfarre Sindelburg getauft.

Laut der biographischen Dokumentation von Otto Lienhart wurde Anton Roman Öttl 1685 als Schüler der Logik (ein Fach der artes liberales) an der Universität Salzburg immatrikuliert. Die Identifikation des 1685 immatrikulierten Antonius Öttl Tegernseensis Boius log[icus] mit Anton Roman von Öttl ist jedoch unwahrscheinlich: Einerseits stimmt der Geburtsort nicht und v.a. wäre Anton Roman bereits ein Jahr vor seinem älteren Bruder Anton Joseph immatrikuliert worden – im Alter von gerade einmal sieben Jahren! 1694 scheint der Rhetor Anton Roman Öttl als Mitwirkender in dem am Wiener Jesuitenkolleg aufgeführten Theaterstück „Kunz von Kauffungen“ auf. Dies lässt vermuten, dass Anton Roman Öttl seine Ausbildung (zumindest in den artes) in Wien erhalten hat, auch wenn seine beiden Brüder in Salzburg studiert haben: Nicht nur Anton Joseph wurde in Salzburg als logicus immatrikuliert, auch ein weiterer Bruder – Johann Nikolaus Anton Öttl – wurde am 16. November 1700 in Salzburg immatrikuliert.

In Wien findet sich kein Immatrikulationseintrag für Anton Roman Öttl. Hier scheint er erst 1703 auf: Am 28. November 1703 hielt Dr. jur. Anton Roman von Öttl eine öffentliche Disputation, um in die Juridische Fakultät aufgenommen zu werden. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass er an einer anderen Universität graduiert wurde und sich nun der sogenannten „Repetition“ zur Anerkennung seines Grades unterzog. Von 1708 bis 1724 war Öttl Universitätssyndikus und -notar; 1733 hielt er als Ivonista die Rede zum Fest des Fakultätsheiligen Ivo. Neben seiner universitären Tätigkeit war Öttl Konsistorialrat und Senior des Bischofs von Passau.

Anton Roman von Öttl starb am 15. November 1735 in Wien und wurde in der Kirche St. Ruprecht begraben.

Archiv der Universität Wien, Konsistorialakten, CA 1.4.273.

Archiv der Universität Wien, Verlassenschaftsabhandlungen, CA VA Fasz. 34 Nr. 16.

Archiv der Universität Wien, J Alt 1.2.86.

Autor*innen

Ulrike Denk

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Otto Lienhart, Öttl, Tegernsee, Bayern, dann Niederösterreich, in Verbindung mit Schneider, Walliser, Vorarlberg. Biographische Materialsammlung mit weiteren Ergänzungen. 3 Bd. (Wien 1996).
Jakob Zeidler, Über Jesuiten und Ordensleute als Theaterdichter und P. Ferdinand Rosner insbesondere (Schluss). Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich N.F. 28 (1894) (1894) 12-43.
Joannes Joseph Locher, Speculum academicum Viennensis seu Magistratus antiquissimae et celeberrimae Universitatis Viennensis, a primo ejusdem auspicio ad nostra tempora chronologice, historice, et lemmatice (Wien 1773), online unter http://phaidra.univie.ac.at/o:296305.