Gallici von Breslau, Johannes

Mag. art., Dr. med.

14. Jahrhundert

geb. Breslau | Wrocław, Polen

Johannes Gallici von Breslau

(Iohannes Gallici (de Wratislauia))

Funktion Zeitraum Fakultät
Rektor 1389
Rektor 1394/95

Medizin

Über Johannes (Petrus) Gallici, der im Sommersemester 1389 und im Wintersemester 1394/95 Rektor der Universität Wien war, ist nur wenig bekannt. Er stammte aus dem schlesischen Breslau/Wrocław. Aufgrund des Namens „Gallici“ vermutete der Universitätshistoriker Joseph Aschbach, dass die Familie ursprünglich aus Frankreich stammte. Diese These gilt mittlerweile als eher unwahrscheinlich. Gesichert ist, dass Johannes Gallici ein Verwandter von Andreas Gallici (gest. 1428) war, der als Weihbischof von Passau eine wesentliche Rolle im Passauer Bischofsstreit der Jahre 1423 bis 1428 spielte. Ob Johannes der Vater oder doch eher ein Onkel oder Cousin von Andreas war, ist dagegen nicht gesichert.

Johannes Gallici studierte zunächst in Prag, wo er 1374 zum Bakkalar und 1377 zum Lizenziaten der artes promoviert wurde und zwischen 1382 und 1384 als Magister genannt wird. Sein Medizinstudium schloss er 1386 mit der Promotion in Padua ab. Darauf wies Gallici anlässlich seiner Immatrikulation in Wien im selben Jahr besonders hin, als er sich als „doctor medinae paduanus et magister in artibus“ eintragen ließ.

In der Folge unterrichtete er an der Medizinischen Fakultät und war 1388 an der Konzeption der medizinischen Fakultätsstatuten beteiligt, 1389 gehörte er der Kommission an, die sämtliche Fakultätsstatuten vor dem Inkrafttreten auf ihre Rechtskonformität prüfte. Als Rektor des Sommersemesters 1389 ließ er eine Ordnung für die Rangfolge der Universitätsangehörigen bei der Fronleichnamsprozession erarbeiten. Die Prozession gehörte zu den wichtigsten religiösen Ereignissen in Wien. Wer an welcher Stelle in der Prozession gehen durfte, war ein wichtiger Indikator für den sozialen Rang und führte bis weit in die Neuzeit zu Streitigkeiten zwischen Angehörigen der Stadt, des Hofes und der Universität sowie innerhalb der Hochschule zwischen den einzelnen Fakultäten.

Neben seiner Tätigkeit an der Universität war Johannes Gallici Leibarzt Herzog Albrechts III. Er starb um 1400, das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.

Autor*innen

Ulrike Denk

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

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Literatur und gedruckte Quellen

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Joannes Joseph Locher, Speculum academicum Viennensis seu Magistratus antiquissimae et celeberrimae Universitatis Viennensis, a primo ejusdem auspicio ad nostra tempora chronologice, historice, et lemmatice (Wien 1773), online unter http://phaidra.univie.ac.at/o:296305.