Menger, Karl

Univ.-Prof. Dr.

13.01.1902–05.10.1985

geb. Wien, Österreich
gest. Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten

Karl Menger, Mathematiker

Karl Menger

Sohn des Nationalökonomen Carl Menger

Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal Ehrentafel Mathematik Fakultät für Mathematik 2009

Die Ehrentafel wurde 1984 am Mathematischen Institut der Universität Wien enthüllt. Am 7. Oktober 2009 wurde der Name von Karl Menger der Ehrentafel hinzugefügt.

Tor der Erinnerung Menger-Tor Formal- und Naturwissenschaftliche Fakultät 1998/99

Karl Menger, Mathematiker
Karl Menger, Mathematiker
Ehrentafel Mathematisches Institut
Ehrentafel Mathematisches Institut

Mathematik

Karl Menger war der Sohn des berühmten Nationalökonomen Carl Menger. Er besuchte das Döblinger Gymnasium, wo die späteren Nobelpreisträger Richard Kuhn und Wolfgang Pauli seine Schulkollegen waren, und studierte ab 1920 Mathematik an der Universität Wien. 1924 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert. Zu seinen prägenden Lehrern zählte der berühmte Mathematiker Hans Hahn, er besuchte aber auch Vorlesungen über theoretische Physik bei Hans Thirring und über Philosophie bei Moritz Schlick. Karl Menger konnte sich schon während seiner Studienzeit mit hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Kurven  und Dimensionstheorie profilieren und ging nach seiner Promotion als Assistent von Luitzen E. J. Brouwer an die Universität Amsterdam. 1927 habilitierte sich Menger an der Universität Wien für das Fach Geometrie, bereits ein Jahr später wurde er als Fünfundzwanzigjähriger zum außerordentlichen Professor ernannt. Vortrags  und Studienreisen führten ihn unter anderem auch nach Harvard (1930/31). Menger besaß großes Interesse an philosophischen Fragen und war Mitglied des Wiener Kreises, welcher von seinem Lehrer Hans Hahn und von Moritz Schlick begründet worden war. Für das Studienjahr 1937/38 nahm Menger eine Einladung nach Notre Dame (Indiana) als Gastprofessor an. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich 1938 telegraphierte er nach Wien, daß er seine Professur zurücklege. 1942 erhielt Menger die amerikanische Staatsbürgerschaft. Von 1946 bis zu seiner Emeritierung 1971 war er Professor für Mathematik am Illinois Institute of Technology in Chicago. Eine Rückberufung an die Universität Wien kam nicht zustande | Menger hat seine Heimatstadt trotzdem öfters besucht und hier vor allem am Institut für Höhere Studien gewirkt. Sein umfangreiches wissenschaftliches Werk gehört zum dauernden Bestandteil der Mathematik und Logik.

1998 wurde eines der "Tore der Erinnerung" am Campus der Universität Wien nach ihm und seinem Vater Carl Menger benannt (Menger-Tor, Tor zwischen Hof 1 und 4).
Am 7. Oktober 2009 wurde sein Name der Ehrentafel des Mathematischen Instituts der Universität Wien hinzugefügt.

Autor*innen

Thomas Maisel

Zuletzt aktualisiert

31.07.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Herbert Posch, Katharina Kniefacz, Friedrich Stadler, Online-Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938, http://gedenkbuch.univie.ac.at/ (2009), online unter http://gedenkbuch.univie.ac.at/.
Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden (Wien 2004).
Thomas Maisel, Kurt Mühlberger, Tore der Erinnerung. In: Historie und Geist. Universitätscampus Wien (2 Bände), herausgegeben von Alfred Ebenbauer, Wolfgang Greisenegger, Kurt Mühlberger, 165–184 (Wien 1998).
Werner Röder, Herbert A. Strauss, Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Bd.1: Politik, Wirtschaft, öffentliches Leben. Bd. 1 (München and New York and London 1980).