Allegorie der profanen Wissenschaften, Ausschnitt aus dem Deckenfresko des Bibliothekssaales des Akademischen Kolleg (1734),…

Wissenschaft an der Universität Wien vom 18. zum 19. Jahrhundert

18.–19. Jahrhundert

Die Reformen des 18. Jahrhunderts brachten eine Ausrichtung der akademischen Studien auf ihre Nützlichkeit und Anwendbarkeit für die Aufgaben des Staates. Der Ausbau des absolutistischen Staates mit seinen bürokratischen Institutionen und zentralen Behördenstellen erforderte fachlich qualifizierte, dem Herrscher treu ergebene Beamte. Auch der Ausbildung von Ärzten wurde besonderes Augenmerk geschenkt, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.

Die rigide staatliche Kontrolle der Universitäten führte im Zeitalter der Restauration nach der französischen Revolution und den napoleonischen Kriegen zur Gefahr der Abkoppelung der universitären Lehre von der internationalen wissenschaftlichen Entwicklung.

Erst die Verkündung von Lehr- und Lernfreiheit und die Thun-Hohenstein‘schen Unterrichtsreformen 1849/50 machten Wissenschaft und Forschung neben der Lehre zu einer zentralen Aufgabe der Universität. Diese neuen Voraussetzungen führten zu einer ungeahnten Entfaltung geistiger Kräfte, welche der Universität Wien in vielen Wissenschaftsdisziplinen Weltruf verschafften. Stellvertretend dafür kann die Entwicklung von Wiener „Wissenschaftsschulen“ genannt werden, wie etwa in der Medizin, der Nationalökonomie oder der Kunstgeschichte.

Allegorie der profanen Wissenschaften, Ausschnitt aus dem Deckenfresko des Bibliothekssaales des Akademischen Kolleg (1734),…
Allegorie der profanen Wissenschaften, Ausschnitt aus dem Deckenfresko des Bibliothekssaales des Akademischen Kolleg (1734), gestaltet von A. Hertzog

Wissenschaft an der Universität Wien vom 18. zum 19. Jahrhundert

Autor*innen

Thomas Maisel

Zuletzt aktualisiert

11.04.2026

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Literatur und gedruckte Quellen

Mitchell G. Ash, Jan Surman, The Nationalization of Scientific Knowledge in the Habsburg Empire 1848–1918 (Basingstoke 2012).
Johannes Feichtinger, Wissenschaft als reflexives Projekt. Von Bolzano über Freud zu Kelsen: österreichische Wissenschaftsgeschichte 1848–1938 (Bielefeld 2010).
Kurt Mühlberger, Johannes Seidl, Das „Antlitz“ der Wiener Philosophischen Fakultät in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Struktur und personelle Erneuerung. In: Eduard Suess. und die Entwicklung der Erdwissenschaften zwischen Biedermeier und Sezession, 67–102 (Göttingen 2009).