Zucker (verh. Raphael), Friederike

22.11.1915

geb. Brünn [Brno], Tschechien
gest. Colorado, Vereinigte Staaten

Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andr…
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal „Vertriebene Historiker*innen“ Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät 2022

Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andr…
Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andraschek, 2022)

Geschichte

Friederike ZUCKER, geb. am 22. Februar 1915 in Brünn, Mähren/Österreich-Ungarn [Brno/Tschechische Republik] (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft 1938: Österreich), Tochter von Josef Zucker (Kaufmann), wohnte in Wien 20, Greiseneckergasse 22/6, war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Philosophischen Fakultät im 7. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Geschichte und Romanistik. Sie hatte sich am 8. Oktober 1937 zu den Abschlussprüfungen ("Rigorosen") angemeldet und am 30. Oktober 1937 das erste Rigorosum bestanden.

Nach dem "Anschluß" beantragte sie im Sommersemester 1938 die Zulassung zum Weiterstudium im Rahmen des 2%-Numerus clausus für jüdische Studierende, was aber abgelehnt wurde. Sie wurde im Nationalsozialismus nach dem "Anschluss" aus rassistischen Gründen gezwungen, das Studium abzubrechen, konnte nicht mehr zur letzten Prüfung antreten und musste die Universität Wien ohne Studienabschluss verlassen.

Sie musste aus Wien flüchten und konnte noch rechtzeitig nach England/Großbritannien emigrieren. Sie heiratete im Oktober 1939 in Edmonton, Essex, den Engländer Ralph Raphael (1910–1986) und lebte mit ihm, seinen Eltern Marie Raphael (1885-1982) und Harris Raphael (1880-1955) und seinem Bruder Alexander S. Raphael (1914-1972) bis Ende der 1940er in 90, Burford Gardens, Southgate, Wood Green, Greater London.
Im März 1947 kam ihr Sohn Leslie zur Welt und 1948 übersiedelte die Familie nach Denver, Colorado, USA.

Friederike Raphael, geb. Zucker, starb in den 1990ern in Colorado und ist bestattet in Mount Nebo Memorial Park, Aurora, Colorado/USA.

Ehrung

Seit 2009 wird an ihn im "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" erinnert (online).

Seit 2022 findet sich sein Name auch auf dem "Wenn Namen leuchten | Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden der Universität Wien", im ersten Stock des Hauptgebäudes der Universität.

Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1937-1938, www.ancestry.de

Autor*innen

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert

23.10.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Herbert Posch, Martina Fuchs, Wenn Namen leuchten. Von der Universität Wien 1938 bis 1945 vertriebene Geschichte-Studierende und -Lehrende: ein Denkmal. Austria:Forschung und Wissenschaft:Geschichte (Wien, Münster 2022).
Herbert Posch, Doris Ingrisch, Gert Dressel, „Anschluß“ und Ausschluss 1938. Vertriebene und verbliebene Studierende der Universität Wien. Emigration-Exil-Kontinuität. Schriften zur zeitgeschichtlichen Kultur- und Wissenschaftsforschung (Münster Wien Berlin 2008).