Babad, Osias Heschel

17.06.1899–02.1984

geb. Lemberg/Lwow/Lwiw, Ukraine
gest. New York, NY, Vereinigte Staaten

Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andr…
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal „Vertriebene Historiker*innen“ Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät 2022

Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andr…
Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andraschek, 2022)

Geschichte

Osias Heschel BABAD, geb. am 17. Juni 1899 in Lemberg, Galizien/Österreich-Ungarn [später: Lwów/Polen, heute: Lwiw|Львів/Ukraine] (heimatberechtigt in Kałusz/Polen [Kalusch|Калуш/Ukraine], Staatsbürgerschaft 1938: Polen), Sohn von Josef Babad (Rabbiner), wohnte in Wien 1., Franz-Josephs-Kai 17. Er hatte im Februar 1936 am Bundesrealgymnasium XXI (Wien 21., Franklinstraße 21) die Reifeprüfung (Matura) bestanden und begann im Sommersemester 1936 an der Universität Wien zu studieren. Er war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Philosophischen Fakultät im 5. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Geschichte und Orientalistik.

Er wurde im Nationalsozialismus aus "rassischen" Gründen gezwungen, das Studium abzubrechen und die Universität Wien zu verlassen.

Osias Babad musste aus Wien fliehen und konnte vorerst in die Niederlande emigrieren, wo es ihm am 28. Dezember 1939 gelang, in Rotterdam sein Visum für die USA zu erhalten. Somit konnte er am 24. Jänner 1940 von Rotterdam aus mit der SS Veendam in die USA ausreisen, wo er am 5. Februar 1940 in New York City, NY, ankam. Er gab als Berufsbezeichnung "Rabbiner" an und wollte von New York weiter nach Chicago, IL, reisen. Er blieb aber in New York und wurde im Februar 1942 für die U. S. Army gemustert – er arbeitete damals bei der Tifereth Israel Anshei Sfard Congregation in Brooklyn, New York City, NY.
Er heiratete am 23. April 1944 in Brooklyn Rose Ringelheim.
Am 10. April 1945 erhielt er die U. S.-Staatsbürgerschaft und lebte in den folgenden Jahrzehnten in 758 Miller Avenue, Brooklyn, Kings, NY.

Osias Heschel Babad starb im Februar 1984 in Brooklyn, New York City, NY/USA.

Ehrung

Seit 2009 wird an ihn im "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" erinnert (online).

Seit 2022 findet sich sein Name auch auf dem Denkmal "Wenn Namen leuchten | Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden der Universität Wien", im ersten Stock des Hauptgebäudes der Universität.

Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1937–1938; Passagierlisten-Datenbank Ellis Island; NARA Washington D.C./Einbürgerungsindices, Musterungsindices und Social Security Death Index; New York City Municipal Archives/Heiratsurkundenindices des New York City Clerk's Office, New York/NY.

Autor*innen

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert

23.10.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Herbert Posch, Martina Fuchs, Wenn Namen leuchten. Von der Universität Wien 1938 bis 1945 vertriebene Geschichte-Studierende und -Lehrende: ein Denkmal. Austria:Forschung und Wissenschaft:Geschichte (Wien, Münster 2022).
Herbert Posch, Doris Ingrisch, Gert Dressel, „Anschluß“ und Ausschluss 1938. Vertriebene und verbliebene Studierende der Universität Wien. Emigration-Exil-Kontinuität. Schriften zur zeitgeschichtlichen Kultur- und Wissenschaftsforschung (Münster Wien Berlin 2008).