Heintl sen., Franz Ritter von

Dr. jur.

30.10.1769–15.04.1839

geb. Altstadt, Mähren | Starè Mèsto, Tschechien
gest. Tuchlauben 6 , Wien, Österreich

Franz Ritter von Heintl sen. (1769–1839), Volkswirtschaft
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Ehrentafel-Fakultät Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1893

Die Ehrentafeln der Fakultäten in den Seitenaulen des Hauptgebäudes der Universität Wien wurden am 24. Mai 1893 enthüllt. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät eine Liste von 37 Namen von berühmten Schülern der Universität Wien, darunter jenen von Franz von Heintl. Die Liste war für die Fakultät von Prof. Leopold Pfaff bzw. im Auftrag des Senats von Universitätsarchivar Karl Schrauf zusammengestellt worden.

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1819/20 Juridische Fakultät
Dekan*in 1820/21 Juridische Fakultät
Franz Ritter von Heintl sen. (1769–1839), Volkswirtschaft
Franz Ritter von Heintl sen. (1769–1839), Volkswirtschaft
Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Aula der Universität Wien
Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Aula der Universität Wien

Nationalökonomie

Studium an der Juridischen Fakultät der Universität Wien, Dr. jur. 1793, 1794-1825 Advokat, auch Schriftsteller zu ökonomischen und handelspolitischen Themen (populäre Schriften über Viehzucht, Futter- und Obstbau, Seidenzucht und Weinveredlung; 1802 Erwerb des adeligen Guts Nexing in Oesterreich unter der Enns und der gräflich Herberstein’schen Herrschaft Raspach, wo er Reformen zur Bodenverwertung einführte; 1807 Gründung der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft in Wien (Ausschussrat und Mitglied), nach deren Muster ähnliche Vereine in den anderen Kronländern der Monarchie gegründet wurden; Initiierung von Schadensversicherungen (Feuer- u. Hagelversicherung), 1811 Gründung der Gesellschaft zur Versorgung gebrechlicher und mittelloser Advocaten und Mitglieder der Wiener juridischen Facultät.

1817 Vermittlung der Stiftung des Grafen Joseph von Brigido (Bibliothek sowie Sammlung von Antiken und Edelsteinen) an das Joanneum in Graz.

1808 Erhebung in den Ritterstand; Verleihung der Landstandschaft von Niederösterreich, zahlreiche Ehrendiplome und Orden (Griechenland u. Baden); wirkliches korrespondierendes und Ehrenmitglied der k. k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft im Königreich Böhmen und des pomologischen Vereines zu Prag, der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft in Steiermark, der k. k. Gesellschaft des Ackerbaus, der Natur- und Landeskunde in Mähren und Schlesien, des pomologischen und Schafzüchtlervereines […] k. k. und ständischen Ackerbaugesellschaft in Kärnten, der ökonomischen Gesellschaft im Königreiche Sachsen, des landwirtschaftlichen Vereines im Königreiche Bayern, der russisch-kaiserlichen freien ökonomischen Gesellschaft zu St. Petersburg und der Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues zu Philadelphia in Nordamerika

Werke (Auswahl)

Der Weinbau des österreichischen Kaiserthumes, 1821.

Die Landwirtschaft des österreichischen Kaiserthums (5 Bände), 1808–1835.

Bemerkungen auf einer Reise von Wien nach Paris im Jahre 1831 (4 Bände), 1832–1834.

Die merkwürdigeren Begebenheiten meines Lebens (Autobiographie), 1838.

Siehe auch

> Österreichisches Biographisches Lexikon (abgerufen am 10.10.2025)

> Wien Geschichte Wiki (abgerufen am 10.10.2025)

> Wikisource: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich (abgerufen am 10.10.2025)

Literatur und gedruckte Quellen

Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden (Wien 2004).
Franz von Heintl, Die merkwürdigeren Begebenheiten meines Lebens (Wien 1838).
Universität Wien, Wienerischer Universitätsalmanach [Taschenbuch der Wiener k.k. Universität | Wienerischer Universitäts-Schematismus]. 1791-1872 Bd. (Wien 1791).
Constantin Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche seit 1750 in den österreichischen Kronländern geboren wurden oder darin gelebt und gewirkt haben, 60 Tl (Wien).
Walther Killy, Deutsche Biographische Enzyklopädie (13 Bände, 1995 bis 2003) (Darmstadt).
Österreichisches biographisches Lexikon 1850–1950. (1951-heute) (Wien).