Schey-Koromla, Josef Freiherr von

Univ.-Prof. Dr., Dr. h.c. mult.

16.03.1853–18.01.1938

Born in Vienna, Austria
Died in Vienna, Austria

Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Aula der Universität Wien
Honor Title Faculty Date
Honorary Doctorate Dr. rer. pol. h.c. Faculty of Law and State 1935/36
Commemorative Plaque of Faculty Faculty of Law and State 1964

Die Eintragung des Namens Josef Schey-Koromla auf die Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät ging auf eine Initiative von Franz Josef Mayer-Gunthof, Präsident der Vereinigung österreichischer Industrieller, zurück. Dieser regte den Rektor der Universität Wien, Albin Lesky, an, sich für die Ehrung einzusetzen. Auf Antrag des Rektors beschloss der Akademische Senat der Universität Wien in seiner Sitzung vom 27. Juni 1964 einstimmig die Aufnahme von Prof. Josef Schey-Koromla in die Ehrentafel unter der Voraussetzung, dass das Professorenkollegium der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät den entsprechenden Beschluss fasse. Wenige Tage später teilte Dekan Johann Schima mit, dass die Fakultät am 30. Juni 1964 dem Antrag zugestimmt hat, und übermittelte einen Text, der ausführlich die Verdienste und Leistungen von Schey würdigte:

 „Mit dem Namen Schey ist nicht nur die Vorstellung eines der hervorragendsten Forschung und Lehrer des Zivilrechtes, eines vorzüglichen Kenners und praktischen Denkers unserer gesamten Rechtsordnung verbunden, er steht vielmehr für eine gesamte Epoche österreichischer Rechtswissenschaft, deren Repräsentant sein Träger war wie vielleicht kaum ein anderer. Es ist die Periode des ausgehenden 19. Jahrhunderts etwa bis zum Ende des 1. Weltkrieges, die Schey selbst als die Zeit der ‚Würdigung der Kodifikation des 18. Jahrhunderts nach dem Maße der heutigen sozialen, ethischen und ökonomischen Bedürfnisse‘ nennt, und in der er als Gelehrter, Lehrer und Gesetzgeber das österreichische Privatrecht nach seinen Auffassungen entscheidend geformt hat. Darüber hinaus ist sein wissenschaftliches Werk und über seine Schüler sein persönlicher Einfluß für die Ziviljurisprudenz bestimmend geblieben […]. Die Reform unseres ABGB durch die Teilnovellen kann mit Fug und Recht als das Werk Josef Scheys bezeichnet werden. […] Schey ist als Forscher, Lehrer, Gesetzgeber und praktischer Denker überaus fruchtbar gewesen. […] Schey war ein großer Jurist. Aber er war niemals Nur-Jurist.“
(Dr. Winfried Klein: „Josef Freiherr von Schey 1853-1938“, in: Archiv der Universität Wien, Akademischer Senat, GZ 6 ex 1963/64)

Die Eintragung wurde noch im Juli 1964 beauftragt und durchgeführt.

Funktion Zeitraum Fakultät
Dean 1900/01 Faculty of Law and State
Senator 1907/08 Faculty of Law and State
Senator 1908/09 Faculty of Law and State
Senator 1909/10 Faculty of Law and State
Dean 1910/11 Faculty of Law and State
Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Aula der Universität Wien
Commemorative Plaque of the Faculty of Law in the entrance hall (Aula) of the University of Vienna

Literature and printed sources

Österreichisches Biographisches Lexikon 1850–1950. (1951-Heute) (Wien).