Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andraschek, 2022)
Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andraschek, 2022)
Sara PAUKER (false: SCHERL, verh. ABRAMSKY), geb. am 23. März 1915 in Dolina, Galizien/Österreich-Ungarn [später: Dolyna/Polen, heute: Dolyna|Долина/Ukraine] (heimatberechtigt in Wiznitz [Vișnița]/Rumänien [Wyschnyzja|Вижниця/Ukraine], Staatsbürgerschaft: Rumänien), Tochter von David Pauker (Scherl, Handelsvertreter, geb. 16. Juli 1880) und Lea Pauker (geb. 15. Juli 1885), wohnte in Wien 2, Glockengasse 14/11. Sie hatte 1934 am Chajesgymnasium in Wien 2 die Reifeprüfung (Matura) abgelegt und begann ab Sommersemester 1936 an der Universität Wien Geschichte und Anglistik zu studieren. Sie war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Philosophischen Fakultät im 4. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Geschichte und Anglistik.
Sie wurde im Nationalsozialismus nach dem "Anschluss" aus rassistischen Gründen gezwungen, das Studium abzubrechen und die Universität Wien zu verlassen(Abgangszeugnis vom 30. August 1938).
Sie musste aus Wien fliehen und konnte noch rechtzeitig mit ihren Eltern nach Großbritannien emigrieren und lebte 1939 mit ihnen in 72 Hamilton Rd., Hendon, Middlesex/England. Im Juli 1945 heiratete sie in Hockney, London, den Rabbiner Moicei Abramsky (1912-1975). Sie lebten Anfang der 1950er Jahre in Tottenham/England, Mitte der 1960er Jahre in Barnet, Hendon, Middlesex/England, und zuletzt lebte sie in 26 Highfield Ave., London N.W. 11.
Sara Abramsky, geb. Pauker, starb am 15. Februar 1995 in Camden, Greater London, England.
Herbert Posch, Martina Fuchs, Wenn Namen leuchten. Von der Universität Wien 1938 bis 1945 vertriebene Geschichte-Studierende und -Lehrende: ein Denkmal. Austria:Forschung und Wissenschaft:Geschichte (Wien, Münster 2022).
Herbert Posch, Doris Ingrisch, Gert Dressel, „Anschluß“ und Ausschluss 1938. Vertriebene und verbliebene Studierende der Universität Wien. Emigration-Exil-Kontinuität. Schriften zur zeitgeschichtlichen Kultur- und Wissenschaftsforschung (Münster Wien Berlin 2008).