Pisko, Oskar

o. Univ.-Prof. Dr.

06.11.1876–02.12.1939

geb. Wien, Österreich
gest. Wien, Österreich

Oskar Pisko (1876–1939), Bürgerliches Recht, Handels- und Wechselrecht

Funktion Zeitraum Fakultät
Senator 1934/35 Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Oskar Pisko (1876–1939), Bürgerliches Recht, Handels- und Wechselrecht
Oskar Pisko (1876–1939), Bürgerliches Recht, Handels- und Wechselrecht

Pisko, Sohn eines Rechtsanwaltes, besuchte das Gymnasium in Wien und studierte anschließend Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er 1898 zum Dr. jur. promovierte. Ab 1897 im Justizdienst tätig, legte er 1899 die Richteramtsprüfung ab, und arbeitete bis 1918 als Richter und als Landesgerichtsrat.  Überdies war er als Dozent für österreichisches Handelsrecht an der Wiener Handelsakademie tätig. 1909 habilitierte er sich mit der Arbeit "Das Unternehmen als Gegenstand des Rechtsverkehrs" als Privatdozent für Handelsrecht an der Universität Wien. Neun Jahre später folgte der Aufstieg zum Extraordinarius für Handels- und Wechselrecht, 1921 erhielt er den Titel eines o. Prof., um ab 1924 als ordentlicher Professor für bürgerliches Recht zu fungieren. Er wurde u. a. auch Mitglied der Staatsprüfungskommission und der Richteramtsprüfungskommission wie auch der Kommission für das Lehramt an höheren Handelsschulen.

Aufgrund seiner jüdischen Abstammung beurlaubte ihn das Unterrichtsministerium per 22. April 1938. Wenig später erfolgte seine Versetzung in den Ruhestand. Pisko erkrankte wenige Monate danach schwer und verstarb schließlich im Dezember 1939 an den Folgen der Krankheit.

Pisko übte u. a. durch seine Bearbeitung des Staubschen Kommentars zum Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuch für Österreich und die Kommentierung wesentlicher Teile des Klang-Kommentars zum Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches maßgeblichen Einfluss auf die Rechtspraxis in Österreich aus.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen u. a. "Die beschränkte Haftung des Einzelkaufmannes" (1910), "Entwurf eines Handelsgesetzbuches" (1920) und "Handelsgesetze als Quelle des bürgerlichen Rechts. Ein Beitrag zur Lehre von der Analogie" (1935).

> Österreichisches Biographisches Lexikon

Archiv der Universität Wien, Rektoratsakten, GZ 677-1937/38. | Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv, Bestand Unterricht, Personalakt Pisko.

Autor*innen

Andreas Huber

Zuletzt aktualisiert

23.07.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Andreas Huber, Rückkehr erwünscht. Im Nationalsozialismus aus „politischen“ Gründen vertriebene Lehrende der Universität Wien. Emigration - Exil - Kontinuität. Bd. 14 (Wien, Münster 2016).
Herbert Posch, Katharina Kniefacz, Friedrich Stadler, Online-Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938, http://gedenkbuch.univie.ac.at/ (2009), online unter http://gedenkbuch.univie.ac.at/.
Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden (Wien 2004).
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Österreichisches biographisches Lexikon 1850–1950. (1951-heute) (Wien).
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, online unter http://www.biographien.ac.at/oebl?frames=yes.