Hell (Höll), Maximilian

15.05.1720–14.04.1792

geb. Schemnitz | Štiavnické Bane, Slowakei
gest. Wien, Österreich

Maximilian Hell (1720–1792), Astronom und Jesuit
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Tor der Erinnerung Hell-Tor 1998/99

Maximilian Hell (1720–1792), Astronom und Jesuit
Maximilian Hell (1720–1792), Astronom und Jesuit
Maximilian Hell (1720–1792), Jesuit, Astronomie
Maximilian Hell (1720–1792), Jesuit, Astronomie

Astronomie

Der Sohn eines „Oberkunstmeisters“ über die Wassermaschinen der Schemnitzer Bergwerke trat im Jahre 1738 in Trentschin (Trencianske Teplice) in den Jesuitenorden ein und wurde Anfang der 40er Jahre zum Studium nach Wien versetzt, wo er 1751 die Priesterweihe empfing. Neben seinem Studium der Theologie interessierte er sich besonders für Mathematik, Physik und Astronomie, so dass er bald als Gehilfe des Paters Josef Franz in der Sternwarte des Wiener Jesuitenkollegs tätig wurde und sich an der Einrichtung des „Physikalischen Museums“ an der Universität (1745) beteiligte. Aufgrund seiner Erfahrungen entsandte ihn der Orden nach Tyrnau zur Mitwirkung am Bau einer Sternwarte und anschließend nach Klausenburg (Cluj, Siebenbürgen), wo er den Neubau des Jesuitenkollegs, der Sternwarte und des „Kabinetts für Experimentalphysik“ leitete. Im Jahre 1755 erhielt er den Ruf als Professor für Astronomie und Mechanik an die Universität Wien und wurde gleichzeitig zum ersten Direktor des neu errichteten Observatoriums in der Neuen Aula (heute Akademie der Wissenschaften) bestellt. Dem Institut wurde damals die reiche Hinterlassenschaft des Hofastronomen Johann Jakob Marinoni einverleibt. Auf Einladung des dänischen Königs Christian VII. unternahm Hell 1768-1769 eine Expedition ins nördliche Eismeer nach Vardo, von wo aus er am 3. Juni 1769 den Venus-Durchgang durch die Sonne beobachtete und weitere naturwissenschaftliche Forschungen (Arbeiten über Nordlicht, Eismeer, Strahlenbrechung, Ebbe und Flut etc.) durchführte. In Wien arbeitete er danach an einer ausführlichen Darstellung dieser Expedition und plante zudem die Gründung einer Akademie der Wissenschaften. Weiters beteiligte er sich an der Errichtung einer Sternwarte in Erlau. Unter seinen zahlreichen Publikationen aus dem Bereich der Mathematik und Astronomie bilden die von Hell berechneten und in 37 Bänden herausgegebenen Ephemeriden (Tafeln, in denen die täglichen Stellungen von Sonne, Mond und Planeten vorausberechnet sind) für die Jahre 1757 bis 1793 sein Hauptwerk. Hell zählt zu den bedeutendsten Astronomen des 18. Jahrhunderts und war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, unter anderem in Paris, Göttingen und Kopenhagen.

Er wurde 1998 durch die Benennung eines der „Tore der Erinnerung“ am Campus der Universität Wien nach ihm geehrt (Hell-Tor, Durchgang von Hof 2 zu Hof 7).

Autor*innen

Kurt Mühlberger

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Nora Pärr, Maximilian Hell und seine Bedeutung für Gelehrtengesellschaften seiner Zeit. Mensch – Wissenschaft – Magie. Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte 38/39 (2023) (2023) 109–128.
Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden (Wien 2004).
Alfred Ebenbauer, Wolfgang Greisenegger, Kurt Mühlberger, Historie und Geist. Universitätscampus Wien Band 1 (Wien 1998).
Franz Lackner, Die Jesuitenprofessoren an der philosophischen Fakultät der Wiener Universität. 1712–1773. DisseraIionen der Universität Wien . Bd. 128/I (Wien 1976).
Bernhard Duhr, Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge im 18. Jahrhundert. Bd. 4/2 (München, Regensburg 1928).
Constantin Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche seit 1750 in den österreichischen Kronländern geboren wurden oder darin gelebt und gewirkt haben, 60 Tl (Wien).