Nadler, Josef

o. Univ.-Prof. Dr. phil.

23.05.1884–14.01.1963

geb. Neudörfl, Österreich-Ungarn, Tschechien
gest. Wien, Österreich

Josef Nadler (1884–1963), Deutsche Philologie, Sprache und Literatur

Josef Nadler (1884–1963), Deutsche Philologie, Sprache und Literatur
Josef Nadler (1884–1963), Deutsche Philologie, Sprache und Literatur

Der Germanist Josef Nadler wurde 1931 ordentlicher Professor der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Wien. Als Vortragender erfreute sich Nadler unter den Studierenden (auch jenen von anderen Fakultäten) großer Beliebtheit. Der große Andrang bei seinen Vorlesungen förderte ab Anfang der 1930er Jahre wesentlich die Errichtung des Auditorium Maximum im Hauptgebäude der Universität Wien.

Nadler war ab 1933 korrespondierendes Mitglied und von 1934 bis 1963 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich trat Josef Nadler im August 1938 der NSDAP bei.

Im Zuge der Entnazifizierung wurde Nadler 1945 von seinem Amt als Professor enthoben und konnte nicht mehr an der Universität Wien Fuß fassen. Zwischen 1947 und 1962 veröffentlicherte er mehrere zu Franz Grillparzer, Johann Georg Hamann und anderen Bereichen der Literaturgeschichte Österreichs.

 

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Literatur und gedruckte Quellen

Elisabeth Grabenweger, Germanistik in Wien. Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933). Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte 85 (Berlin 2016), online unter http://e-book.fwf.ac.at/o:925.
Roman Pfefferle, Hans Pfefferle, Glimpflich entnazifiziert. Die Professorenschaft der Universität Wien von 1944 in den Nachkriegsjahren (Göttingen 2014), online unter https://books.google.at/books?id=n_R_BgAAQBAJ.
Irene Ranzmaier, Mitchell G. Ash, Wolfram Nieß, Ramon Pils, Germanistik – Kontinuitätsstiftende Ansätze der Wissenschaft und die Bedeutung kollegialer Unterstützung. In: Geisteswissenschaften im Nationalsozialismus: Die Universität Wien 1938–1945, 427–454 (Göttingen 2010).
Irene Ranzmaier, Stamm und Landschaft. Josef Nadlers Konzeption der deutschen Literaturgeschichte. Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte 48 (Berlin and New York 2008).
Irene Ranzmaier, Deutsche Nationalliteratur(en) als Kultur-, Sozial- und Naturgeschichte. Josef Nadlers stammeskundliche Literaturgeschichtsschreibung 1909–1931, ungedr. phil. Diss. Univ. Wien (Wien 2005).
Wendelin Schmidt-Dengler, Wilfried Barner, Christoph König, Nadler und die Folgen. Germanistik in Wien 1945–1957. In: Zeitenwechsel. Germanistische Literaturwissenschaft vor und nach 1945, 35–46 (Frankfurt am Main 1996).
Sebastian Meissl, Sebastian Meissl, Der „Fall Nadler“ 1945–1950. In: Verdrängte Schuld, verfehlte Sühne. Entnazifizierung in Österreich 1945–1955, 281–301 (Wien 1986).
Sebastian Meissl, Klaus Amann, Albert Berger, Die österreichische Hochschulgermanistik III. Zur Wiener Neugermanistik der dreißiger Jahre: Stamm, Volk, Rasse, Reich. Über Josef Nadlers literaturwissenschaftliche Position. In: Österreichische Literatur der dreißiger Jahre, 130–146 (Wien and Graz 1985).