Cuspinianus, Johannes

Dr. med.

18.12.1473–19.04.1529

geb. Schweinfurt, Deutschland
gest. Wien, Österreich

Johannes Cuspinianus

(Name latinisiert aus Spießhaymer, nach dem Dorf Unter- und Oberspiesheim bei Schweinfurt)

Mediziner, Diplomat

Funktion Zeitraum Fakultät
Rektor 1500/01
Dekan*in 1501 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1502 Medizinische Fakultät
Vizekanzler 1504
Dekan*in 1506 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1511 Medizinische Fakultät
Johannes Cuspinianus
Johannes Cuspinianus
Allegorie zur Fünfhundertjahrfeier 1865: Die Förderer und berühmtesten Lehrer der Universität Wien
Allegorie zur Fünfhundertjahrfeier 1865: Die Förderer und berühmtesten Lehrer der Universität Wien

Medizin

Nach Studien in Leipzig und Würzburg kam Cuspinian 1492 nach Wien, wo er von Maximilian I. zum Dichter gekrönt wurde. Er zählte als Humanist, Naturwissenschaftler, Historiograph und Diplomat zu den bedeutendsten Gelehrten an der Wiener Universität zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Nach dem Tod von Konrad Celtis (1508) wurde er zur Leitfigur des Wiener Humanistenkreises. Cuspinians Wirkungskreis ging weit über den universitären Bereich hinaus und berührte auch die Sphäre der höchsten Politik, wo er in diplomatischen Diensten eine maßgebende Rolle bei der Verwirklichung der habsburgisch-jagiellonischen Heiratsplänen spielte. Er verkörperte in exemplarischer Weise den Typ des humanistischen Renaissance-Gelehrten, der Universalismus und Weltläufigkeit mit einer im bürgerlich-städtischen Bereich verwurzelten Existenz vereinigte. Von seinen Werken haben vor allem die zur dynastischen Geschichte bleibenden Wert.

Siehe auch

> Artikel in der Neuen Deutschen Biographie

Autor*innen

Kurt Mühlberger, Thomas Maisel

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Elisabeth Tuisl, Die Medizinische Fakultät der Universität Wien im Mittelalter: Von der Gründung der Universität 1365 bis zum Tod Kaiser Maximilians I. 1519. Schriften des Archivs der Universität Wien. Bd. 19 (Göttingen, Wien 2014), online unter https://www-vr-elibrary-de.uaccess.univie.ac.at/doi/book/10.14220/97837….
Wolfgang Eric Wagner, Universitätsstift und Kollegium in Prag, Wien und Heidelberg: Eine vergleichende Untersuchung spätmittelalterlicher Stiftungen im Spannungsfeld von Herrschaft und Genossenschaft: Zugl.: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 1999. Europa im Mittelalter. Bd. 2 (Berlin 1999), online unter http://www.oldenbourg-link.de/isbn/9783050034287.
Franz Gall, Die Matrikel der Universität Wien, Band 2: 1451–1518/I: Im Auftrag des Akademischen Senats herausgegeben vom Archiv der Universität Wien. Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, VI. Reihe: Quellen zur Geschichte der Universität Wien, 1. Abteilung. Bd. 2 (Graz and Wien and Köln 1967).
Joannes Joseph Locher, Speculum academicum Viennensis seu Magistratus antiquissimae et celeberrimae Universitatis Viennensis, a primo ejusdem auspicio ad nostra tempora chronologice, historice, et lemmatice (Wien 1773), online unter http://phaidra.univie.ac.at/o:296305.