Schiffner, Johann Christian

Dr. med.

16.04.1779–14.10.1857

geb. Kleinbocken, Böhmen | Malá Bukovina, Tschechien
gest. Wien-Landstraße, Österreich

Johann Christian Schiffner (1779–1857), Medizin

1838–1848 Direktor des Allgemeinen Krankenhauses

Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal „AKH-Direktoren“

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1830/31 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1831/32 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1832/33 Medizinische Fakultät
Rektor 1840/41
Johann Christian Schiffner (1779–1857), Medizin
Johann Christian Schiffner (1779–1857), Medizin
Johann Christian Schiffner (1779–1857), Medizin
Johann Christian Schiffner (1779–1857), Medizin
Denkmal Direktoren des Allgemeinen Krankenhauses 1784–1989
Denkmal Direktoren des Allgemeinen Krankenhauses 1784–1989

Medizin

Johann Christian (auch Johann Christoph) Schiffner studierte Medizin an der Universität Wien und promovierte 1806 zum Doktor der Medizin (Arzneykunde). Noch im selben Jahr wurde er Sekundararzt am k.k. Allgemeinen Krankenhaus und ebendort 1815 Primararzt, wo er auch die Leitung des „Irrenhauses“ (des sogenannten „Narrenturms“) übernahm. Daneben fungierte er auch im Inquisiten-Spital als Primarius und lehrte er an der Universität Wien.

Bis 1838 übte er das Amt des ersten Stadtphysikus und Sanitätsmagisters (Magister sanitatis) der Stadt Wien aus. Für seine verdienstvolle ärztliche Tätigkeit während der Choleraepidemie 1831/1832 ernannte ihn die Stadt Wien im Jahr 1834 zum Ehrenbürger.

1838 übernahm Schiffner die Leitung des Allgemeinen Krankenhauses und wurde wenig später zum „Direktor des k. k. allgemeinen Kranken-, Gebär- Findel- und Irrenhauses sowie sämtlicher damit verbundenen Polizey-Bezirksärztlichen Anstalten“ und zum k. k. Regierungsrat ernannt. 

An der Universität Wien wurde Johann Christian Schiffner dreimal – für die Studienjahre 1830/31, 1831/32 und 1832/33 – zum Dekan der Medizinischen Fakultät und 1840/41 zum Rektor gewählt. Ab 1847 fungierte er bis zu seinem Tod 1857 als Senior des Doktorenkollegiums der Medizinischen Fakultät (der letzte in dieser Funktion vor deren Abschaffung).

Schiffner gehörte zahlreichen Fachgesellschaften an: Er war ordentliches Mitglied der k. k. Gesellschaft der Ärzte in Wien und der k. k. Landwirtschafts-Gesellschaft, korrespondierendes Mitglied der königlichen ärztlichen botanischen Gesellschaft in London, der königlichen medizinisch-chirurgischen Gesellschaft in Berlin sowie des Verein großherzoglicher Badischer Medicinalbeamten zur Beförderung der Staatsarzneikunde in Offenburg. Er trug zudem den Ehrentitel Ritter des königlich bairischen Verdienstordens vom heiligen Michael.

Seit 1816 besaß und bewohnte Schiffner das Haus in der Ungargasse 43 in Wien-Landstraße, das er umgestalten und mit Skulpturen ausschmücken ließ. Das sogenannte „Sternbergpalais“ beherbergt heute das Italienische Kulturinstitut.

Ehrungen

Er wurde 1834 zum Ehrenbürger von Wien ernannt.
Sein Name findet sich auf dem "Denkmal der Direktoren des Allgemeinen Krankenhauses" im 2. Stock des Stöckelgebäudes (ehem. Direktion des AKH) im Hof 1 am Campus der Universität Wien.

Autor*innen

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Brigitte Lohff, Gedanken zum Begriff „Wiener Medizinische Schule“. In: Strukturen und Netzwerke. Medizin und Wissenschaft in Wien 1848–1955, 41-72 (Göttingen 2018).
Theodor Puschmann, Die Medizin in Wien während der letzten 100 Jahre. Nachdruck des Originals von 1884. (Paderborn 2015), online unter https://books.google.at/books?id=LSmeCgAAQBAJ.
Karl Heinz Tragl, Chronik der Wiener Krankenanstalten (Wien and Köln and Weimar 2007).
Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden (Wien 2004).
Eduard Meder, Die Direktoren des Wiener Allgemeinen Krankenhauses. Wiener Medizinische Wochenschrift 21 (1935) (1935) 567-572, online unter https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1935&page=584.
Agathon Wernich, August Hirsch, Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte aller Zeiten und Völker. (1884-1888) (Wien u.a. 1884).
Universität Wien, Wienerischer Universitätsalmanach [Taschenbuch der Wiener k.k. Universität | Wienerischer Universitäts-Schematismus]. 1791-1872 Bd. (Wien 1791).
Universität Wien, Übersicht der akademischen Behörden, Professoren, Privatdozenten, Lehrer, Beamten usw. an der Universität Wien : Studienjahr. […] , online unter https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/structure/29237….