Freud, Anna

Dr.

03.12.1895–09.10.1982

geb. Wien, Österreich
gest. London, Vereinigtes Königreich

Anna Freud (1895–1982), Kinderpsychoanalyse, Pädagogik
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Ehrendoktorat Dr. med. h.c. Medizinische Fakultät 1971/72
Tor der Erinnerung Freud-Tor 1998/99

Anna Freud (1895–1982), Kinderpsychoanalyse, Pädagogik
Anna Freud (1895–1982), Kinderpsychoanalyse, Pädagogik
Sigmund Freud mit seiner Tochter Anna in den Dolomiten
Sigmund Freud mit seiner Tochter Anna in den Dolomiten
Bundesministerin Hertha Firnberg gratuliert Anna Freud zum Ehrendoktorat der Medizinischen Fakultät der Universität Wien
Bundesministerin Hertha Firnberg gratuliert Anna Freud zum Ehrendoktorat der Medizinischen Fakultät der Universität Wien
Anna Freud bei ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Ehrendoktorats der Medizinischen Fakultät der Universität Wien
Anna Freud bei ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Ehrendoktorats der Medizinischen Fakultät der Universität Wien

Anna Freud war die Tochter von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Nachdem sie eine Lehrerausbildung absolviert hatte, unterrichtete sie von 1917 bis 1920 an einer privaten Volksschule. Ohne je ein formales Universitätsstudium zu betreiben, wurde sie von ihrem Vater zur Psychoanalytikerin ausgebildet. Julius Wagner-Jauregg gestattete ihr die Teilnahme an Visiten in der psychiatrischen Abteilung des Wiener Allgemeinen Krankenhauses, und seit 1920 nahm sie an den Sitzungen der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung teil. Dort hielt sie 1922 ihren ersten Vortrag, den sie gemeinsam mit ihrer Freundin Lou Andreas-Salome ausgearbeitet hatte. Seit 1923 führte sie ihre eigene psychoanalytische Praxis neben der ihres Vaters. Nach dessen Erkrankung übernahm sie viele seiner Verpflichtungen, betreute gemeinsame Patienten, reiste für ihn zu Kongressen und Sitzungen. Daneben hatte sie sich auf Kinderanalyse spezialisiert und konnte 1927 ihr Werk "Einführung in die Technik der Kinderanalyse" fertigstellen. Mit diesem Buch konnte sie sich als eigenständige Wissenschaftlerin etablieren. Ihr Hauptwerk "Das Ich und die Abwehrmechanismen" (I936) beeinflusste die Entwicklungspsychologie in entscheidender Weise. 1938 musste Anna Freud mit ihrem Vater das Land verlassen und ließ sich in England nieder. Nach dem Tode ihres Vaters veranlasste sie die Herausgabe seiner "Gesammelten Werke". Sie setzte ihre Tätigkeit im Bereich der therapeutischen Betreuung von Kindern fort und gründete 1952 eine Kinderklinik, welche sie bis zu ihrem Tod leitete. Schon vorher hatte sie einen Lehrgang für kinderanalytische Ausbildung begründet, den sie als ihr Lebenswerk betrachtete.

Anna Freud wurde mit zahlreichen Auszeichnungen und Ehrentiteln bedacht; darunter befindet sich auch das Ehrendoktorat der Wiener Medizinischen Fakultät (1972).

Sie wurde 1998 durch die Benennung eines der "Tore der Erinnerung" am Campus der Universität Wien nach ihr und ihrem Vater geehrt (Freud-Tor, Spitalgasse Mitte).

Siehe auch

> BiografiA – Biografische Datenbank und Lexikon österreichischer Frauen (abgerufen am 19.02.2026)
> Wikipedia (abgerufen am 19.02.2026)
> Psyalpha – Wissensplattform für Psychoanalyse (abgerufen am 19.02.2026)
> Encyclopedia Britannica: Anna Freud (abgerufen am 19.02.2026)
> Österreichische Mediathek: Vorträge von Anna Freud in Wien

Autor*innen

Thomas Maisel

Zuletzt aktualisiert

31.07.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Alfred Ebenbauer, Wolfgang Greisenegger, Kurt Mühlberger, Historie und Geist. Universitätscampus Wien Band 1 (Wien 1998).
BMUK|Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Wir sind die Ersten. die es wagen. Biographien deutschsprachiger Wissenschafterinnen, Forscherinnen, intellektueller Frauen (Wien 1993).