Die Entnazifizierung der Professorenschaft an der Universität Wien
Zwei gegenläufige Prozesse lassen sich ab Ende April 1945 als Reaktion auf die Tatsache ausmachen, dass drei Viertel der Professorenschaft der Universität Wien Anwärter oder Mitglieder der NSDAP, anders gesehen Mitläufer, organisierte Anhänger, Nutznießer, Funktionsträger und Drahtzieher des nationalsozialistischen Systems waren, nämlich jener der Entnazifizierung und jener der Amnestien, der Rehabilitierung. Der erste Prozess setzte sehr rasch und auch gründlich ein, verzahnte sich um 1947 mit dem zweiten, verebbte dann und war Ende 1947 im Wesentlichen beendet. Der zweite, als Gegenbewegung fast von Anfang an bemerkbar, verstärkte sich ab 1947/48 schrittweise und blieb bis in die späten 1950er Jahre wirksam. Beide liefen überwiegend als juristische, behördlich gesteuerte und auf formalen Kriterien beruhende Prozesse ab, die jedoch angesichts der Schlüsselrolle des Sektionschefs im Unterrichtsministeriums Otto Skrbensky auch eine weltanschauliche, parteipolitische Prägung erfuhren.
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| 18.04.2019 - 11:24 von katharina kniefacz | Aktuelle Revision |
| 18.04.2019 - 11:24 von katharina kniefacz |