40 Jahre Waldheim-Affäre

Während des Präsidentschaftswahlkampfs 1986 enthüllten österreichische und internationale Medien die verschwiegene Vergangenheit Kurt Waldheims als Wehrmachtsoffizier und sein Wissen über bzw. seine mögliche Beteiligung an Verbrechen während des Nationalsozialismus. Trotz heftiger in- und ausländischer Kritik gewann Waldheim die Stichwahl am 8. Juni 1986. Die Affäre führte jedoch zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte um die Involvierung von Österreicher*innen an NS-Verbrechen und zur Abkehr von der Opferthese Österreichs. Auch an der Universität Wien begann 1986 bzw. mit dem „Bedenkjahr“ 1988 (50 Jahre „Anschluss“ an das Deutsche Reich) eine systematischere Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus an der eigenen Institution.