Die ersten Habilitationen von Frauen an der Universität Wien

1905–1957

Elise Richter wurde 1905 als erste Frau an der Universität Wien habilitiert. Mit der Habilitation als höchste akademische Leistungsprüfung absolvierte sie einen komplexen Prozess. Erst zwei Jahre später, 1907, erhielt sie schließlich gegen Bedenken und Widerstand der männlichen Fachwelt die Lehrberechtigung für romanische Philologie. Bis zur nächsten Habilitation einer Frau sollte es weitere 14 Jahre dauern.

In den darauffolgenden Jahren traten zunehmend Wissenschafterinnen in die Fußstapfen von Elise Richter. Die ersten sechs habilitierten Frauen waren alle Geisteswissenschafterinnen, alle wurden an der Philosophischen Fakultät habilitiert. In den folgenden Jahrzehnten fand dann im Schnitt etwa eine Habilitation einer Frau pro Jahr statt, wobei ab den 1930er-Jahren Medizinerinnen und Naturwissenschafterinnen und ab Ende der 1940er-Jahre Juristinnen hinzukamen. Bis 1955 wurden dennoch insgesamt nur 32 Frauen an der Universität Wien habilitiert. Die jeweils ersten Frauen hatten in eigentlich allen Fachbereichen mit ähnlichen Vorurteilen zu kämpfen und mussten oft lange Diskussionen bis zur Genehmigung der Privatdozentur abwarten, an der Katholisch-Theologischen Fakultät sogar bis 1997.

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