Peregrinatio academica
Räumliche Mobilität Studierender und Gelehrter in Mittelalter und früher Neuzeit
Der Austausch von Studierenden innerhalb des europäischen Universitätsnetzes wird heute in großangelegten Mobilitätsprogrammen wie ERASMUS+ gefördert. Gerne betonen Universitäten die Internationalität ihrer Mitglieder und messen deren Aktivitäten nach den Kategorien „incoming“ und „outgoing“. Zu den wichtigsten Anforderungen für Universitätsangehörige zählt die Mobilitätsbereitschaft. Die peregrinatio academica ist ein integrativer Bestandteil des Universitätswesens mit langer Tradition, die sich schon im sogenannten Scholarenprivileg Friedrich Barbarossas von 1155 festmachen lässt, in dem den wandernden Studenten der Schutz des Kaisers und ein eigenständiger Rechtsstatus eingeräumt wurde.
Peregrinatio academica bezeichnet generell die bildungsbedingte Mobilität von Universitätsstudenten im engeren wie auch die Gelehrtenwanderungen im weiteren Sinn. Die anfänglich weiträumigen Wanderungen an die wenigen Universitäten Europas in Bologna, Paris sowie Oxford und Cambridge verkürzten sich im 14. Jahrhundert nach den ersten zentraleuropäischen Universitätsgründungen (Prag, Wien und Krakau) und der nachfolgenden Etablierung des Universitätswesens im deutschsprachigen Raum. Die überregionale Attraktivität der alten Hochburgen blieb aber bis in die frühe Neuzeit bestehen.
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| 04.03.2024 - 21:15 von katharina kniefacz | Aktuelle Revision |
| 04.03.2024 - 21:15 von katharina kniefacz |