Frauen an der Universität Wien
Im Stiftbrief sowie in den Statuten der Universität und der Fakultäten wurden Frauen nicht explizit ausgeschlossen – vermutlich, weil in der Vorstellung der mittelalterlichen Universitätsgründer und -funktionäre ein Studium von Frauen schlicht denkunmöglich war. Dennoch waren Frauen seit der Frühen Neuzeit an der Universität präsent: Als Ehefrauen, Töchter oder Dienstboten von Universitätsangehörigen unterstanden sie der akademischen Gerichtsbarkeit. Vor allem Witwen von Universitätshandwerkern wurden selbst aktiv und übernahmen nach dem Tod ihres Gatten deren Geschäft. Ein Beispiel dafür ist Eva Maria Schilgin (1682–1759): Sie war mit den Universitätsbuchdruckern Christoph Lercher (gest. 1713) und Johann Baptist Schilgen (1687–1743) verheiratet und führte die Druckerei großteils selbst. Auch ihr Enkel Johann Jahn war Universitätsbuchdrucker.
Daneben finden sich zahlreiche Frauen in den Akten der Medizinischen Fakultät. Die Ausübung der medizinischen Praxis sowie der Handwerksberufe war an die Zulassung durch die Fakultät geknüpft. Diese prüfte neben Chirurgen und Apothekern auch die Hebammen, die damit ebenfalls der Gerichtsbarkeit des Rektors unterstanden.
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| 11.07.2025 - 11:32 von Herbert Posch | Aktuelle Revision |
| 11.07.2025 - 11:32 von Herbert Posch |