Die Bärenhöhle, eine geheime antisemitische Professorenclique der Zwischenkriegszeit
Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg gab es wiederholt Forderungen nach einem Numerus clausus für jüdische Studierende und Lehrende, deren Anteil auf jeweils zehn Prozent beschränkt werden sollte. Da dies dem in der Verfassung verankerten Gleichheitsgrundsatz widersprach, mussten die Antisemiten ihre Ziele anders durchsetzen. Bei den Lehrenden geschah dies durch entsprechende Netzwerke wie dem Spann-Kreis (an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät) oder der geheim operierenden „Bärenhöhle“ (an der Philosophischen Fakultät). Die Interventionen und Absprachen dieser Cliquen machten es ab Anfang der 1920er-Jahre so gut wie unmöglich, dass jüdische oder linke WissenschafterInnen an der Universität Wien habilitiert oder berufen wurden. Initiiert vom antisemitischen Paläontologen Othenio Abel gehörten der Bärenhöhle etliche prominente Geisteswissenschafter an, die sich auch gegenseitig protegierten und zum Teil auch nach 1938 und nach 1945 einflussreich blieben.
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| 13.03.2024 - 21:13 von katharina kniefacz | Aktuelle Revision |
| 13.03.2024 - 21:13 von katharina kniefacz |