„Furor teutonicus und Rassenhass“
Theodor Billroths universitätspolitischer Einfluss auf die Nationalisierung der Medizin
1867 wurde der renommierte Chirurg Theodor Billroth an die Zweite Chirurgische Klinik der Universität Wien berufen. Seine Chirurgenschule wurde zu einem Exzellenzzentrum der „deutschen“ Chirurgie, repräsentiert durch eine „deutsche“ Elite. Von den Anderen, die für ihn nicht zur deutschen Kulturnation gehörten, grenzte sich Billroth ab. In einer kulturkritischen Studie kritisierte der Chirurg die reformresistente österreichische Regierung, die den starken Zustrom „ostjüdischer“ Medizinstudenten zuließ. Er forderte für das Medizinstudium einen Numerus clausus, der „jüdische“ Studenten generell diskriminierte. Die Konsequenz waren Debatten im Reichsrat, Kritiken des „jüdischen“ Bürgertums und Konfrontationen zwischen „deutschen“ und „jüdischen“ Studenten im Hörsaal. Deutsche Studentenverbindungen begannen mit dem Ausschluss von Juden, da sie nach Billroth „eine scharf ausgeprägte Nation [und] doch eben nur zufällig deutsch redende, zufällig in Deutschland erzogene Juden“ waren.
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| 04.03.2024 - 20:48 von katharina kniefacz | Aktuelle Revision |
| 04.03.2024 - 20:48 von katharina kniefacz |