Hochschullager im Austrofaschismus
Mit dem Hochschulerziehungsgesetz führte der austrofaschistische Staat 1935 universitäre Sommerlager, sogenannte „Hochschullager“ ein. Diese 1936 und 1937 abgehaltenen Lager mussten von allen männlichen Studierenden besucht werden und dienten der körperlichen und geistigen Wehrhaftmachung. Sie waren Orte einer elitären ideologischen Gemeinschafts- und Nationsbildung zur Ausbildung des „neuen österreichischen Menschen“, den man in Absetzung von der NS-Identität des deutschen Reiches konzipierte. Mittels der Gemeinschaftserfahrung des mehrwöchigen Lagerlebens sollte die neue österreichische Volksgemeinschaft erlebt werden. Es galt, die Existenz eines gegenüber Hitler-Deutschland souveränen katholisch-deutsch definierten Österreichs zu behaupten und die Jugend in österreichischen Patriotismus zu üben. Die vormilitärische Ausbildung intendierte darüber hinaus eine Militarisierung, die jedoch eher im Sinne der Disziplinierung als in einer hinreichenden Ausbildung in Kampffähigkeit erfolgte.
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| 30.04.2022 - 18:40 von katharina kniefacz | Aktuelle Revision |
| 30.04.2022 - 18:40 von katharina kniefacz |