Über „Fossen“ und „Partekenfresser“
Studenten als Feindbild in Mittelalter und Früher Neuzeit
Glaubt man den zeitgenössischen Klagen über das zuchtlose Treiben Studierender im 15. und 16. Jahrhundert, dann bestand deren bevorzugte Beschäftigung aus Lärmen und nächtlichem Herumtreiben, Abhalten von Saufgelagen, gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Stadtbewohnern, Besuch von „Frauenhäusern“ (zeitgenössische Bezeichnung für Bordelle), Würfeln, Schachspielen und anderem verbotenen Zeitvertreib. Das alles in aufreizender, modischer Kleidung, die den herrschenden Vorschriften widersprach. In den Quellen findet man auch die Schimpfwörter, die solch unerwünschten Zeitgenossen zugedacht waren: „Fosse“ (Taugenichts, Lump, Herumtreiber) oder, noch spezifischer, „Partekenfresser“ (als Parteke wurde das Stück Brot bezeichnet, das armen Scholaren als Almosen gereicht wurde).
Diese Stereotype waren nicht nur für Wien, sondern für den gesamten europäischen Universitätsraum geläufig. Sie entwarfen ein Zerrbild, das nicht der ganzen historischen Wahrheit entsprach, jedoch durchaus einen realen Hintergrund besaß.
Revisionen erlauben es, Unterschiede zwischen mehreren Versionen an Inhalten zu verfolgen und zu älteren Versionen zurückzukehren.
| Revision | Aktionen |
|---|---|
| 05.03.2024 - 21:19 von katharina kniefacz | Aktuelle Revision |
| 05.03.2024 - 21:19 von katharina kniefacz |