Vor 80 Jahren, am 25. August 1936 starb der renommierte Wiener Anatom und sozialdemokratische Gesundheitspolitiker Julius Tandler im Exil in Moskau.
Tandler leitete in der Zwischenkriegszeit das I. Anatomische Institut der Universität Wien, an dem es ab 1920 regelmäßig zu schweren antisemitischen Ausschreitungen kam. Die zahllosen Krawalle, die dazu dienen sollten, Tandler, seine MitarbeiterInnen und seine Studierenden einzuschüchtern, forderten Dutzende verletzte Opfer und trugen mit dazu bei, dass an der Universität Wien in der Ersten Republik eine Art Bürgerkriegsatmosphäre herrschte.
Nach dem Verbot aller sozialdemokratischen Vereinigungen durch das austrofaschistische Regime wurde Julius Tandler im März 1934 verhaftet und aus politischen Gründen zwangspensioniert.