Am 26. Jänner 1971 starb der Chemiker Friedrich Feigl in Rio de Janeiro.
Feigl habilitierte sich 1926 an der Universität Wien für analytische und anorganische Chemie und wurde 1936 zum außerordentlichen Professor ernannt. Er galt als einer der Pioniere der chemischen Mikroanalyse und der Anwendung organischer Reagenzien in der analytischen Chemie.
Feigl wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und 1938 von der Universität Wien vertrieben. Nach seiner Emigration nach Belgien, wurde er 1940 verhaftet, konnte jedoch aus einem französischen Internierungslager nach Brasilien flüchten, wo er sich als Laborleiter im Landwirtschaftsministerium mit der Auswertung von Bodenschätzen befasste. Er wurde 1953 Professor der Chemie in Rio de Janeiro. Er kehrte 1961 nach Österreich zurück. 1967 erhielt er das Ehrendoktorat der Philosophischen Fakultät der Universität Wien.