Der spätere Anatom und sozialdemokratische Gesundheitspolitiker Julius Tandler wurde am 16. Februar 1869 geboren.
Tandler leitete in der Zwischenkriegszeit das I. Anatomische Institut der Universität Wien, an dem es ab 1920 regelmäßig zu schweren antisemitischen Ausschreitungen kam, die sich bis 1933 radikalisierten. Die zahllosen Krawalle, die dazu dienen sollten, Tandler, seine MitarbeiterInnen und seine Studierenden einzuschüchtern, forderten Dutzende verletzte Opfer und trugen mit dazu bei, dass an der Universität eine Art Bürgerkriegsatmosphäre herrschte. Nach der Machtübernahme der Austrofaschisten 1933/34 wurde effizienter gegen den Terror der nationalsozialistischen Studierenden vorgegangen, doch auch Tandler war den Machthabern unerwünscht: Im März 1934 wurde er verhaftet und aus politischen Gründen zwangspensioniert.