Der März 1896 brachte zwei Meilensteine für den Zugang von Frauen zu Höherer Bildung in Österreich: Frauen wurden erstmals zur Maturaprüfung sowie zur Nostrifikation medizinischer Doktorate aus dem Ausland zugelassen.
Bis dahin waren Frauen nur in Ausnahmefällen an der Universität Wien präsent gewesen, nun erhielten sie rechtliche Ansprüche darauf. 1897 wurde mit Gabriele Possanner von Ehrenthal erstmals eine Frau an der Universität Wien promoviert. Sie hatte ihr Medizinstudium in Zürich absolviert, der dort erlangte Doktorgrad wurde nach Wiederholung aller Prüfungen in Österreich anerkannt. Nach und nach öffneten sich die Fakultäten auch für weibliche Studierende: Zunächst die Philosophische (1897), dann die Medizinische (1900), die Rechts- und Staatswissenschaftliche (1919), die Evangelisch-theologische (1928) und zuletzt die Katholisch-theologische Fakultät (1945).
Dies waren zwar die ersten wichtigen Schritte in die Institution Universität – ihren Platz in den Wissenschaften mussten Frauen sich aber erst erobern.