Am 18. Juli 1897 starb der Historiker und Politiker Alfred Ritter von Arneth in Wien.
Arneth begann nach dem Jusstudium eine klassische Beamtenlaufbahn. Unter seiner Leitung (1860 Vizedirektor 1868 Direktor) erwirkte er für das Haus-, Hof- und Staatsarchiv eine schrittweise Öffnung des Archivs für die Geschichtsforschung. Arneth publizierte umfangreiche wissenschaftliche Quellen- und Editionsarbeiten wie Biografien über Graf Guido Starhemberg, Prinz Eugen und Maria Theresia, in denen seine Treue zum Kaiserhaus klar hervortritt. Auch politisch war der Historiker deutsch-liberaler Gesinnung sehr aktiv, beispielsweise als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 oder auch im Herrenhaus.
Von 1869 bis 1879 war Arneth Vizepräsident, und danach bis zu seinem Tod Präsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. An der Universität Wien wurde er im Universitätsjubiläumsjahr 1865 zum Ehrenmitglied des philosophischen Doktorenkollegs ernannt.