Der Chemiker Josef Herzig verstarb am 4. Juli 1924 in Wien.
Herzig wurde 1887 zum Privatdozenten für Chemie habilitiert und 1897 zum außerordentlichen Professor ernannt. Aufgrund seines mosaischen Religionsbekenntnisses wurde er bei fälligen Beförderungen jedoch zurückgesetzt. So wurde er 1913 zwar zum ordentlichen Professor ernannt, hatte jedoch weiterhin nur einen Lehrauftrag für pharmazeutische Chemie inne.
Herzigs glanzvollste wissenschaftliche Beiträge waren jene, die zur Aufklärung der Konstitution von Pflanzenfarbstoffen beitrugen. Gemeinsam mit Hans Meyer entwickelte Herzig zwischen 1894 und 1897 die Methode der Methylimidbestimmung, eine Gruppenbestimmungsreaktion, die zu den bekannten Namensreaktionen der organischen Chemie zählt („Herzig-Meyer-Reaktion“).
Eine 1935 errichtete Relieftafel in der Aula des ehemaligen Chemischen Instituts, die an Herzig erinnerte, wurde kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1938 zerstört.