100 Jahre Denkmal „Siegfriedskopf“

Am 9. November 1923 wurde der sogenannte „Siegfriedskopf“ – das Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gestorbenen Studierenden und Lehrenden der Universität Wien – in der Aula des Hauptgebäudes enthüllt.

Das von Josef Müllner entworfene Denkmal wurde auf Initiative der antisemitisch und antidemokratisch ausgerichteten Deutschen Studentenschaft (DSt) errichtet. Es spielt auf den Brudermord des Nibelungenstoffes und die „Dolchstoßlegende“ an und lässt sich in die Tradition so genannter Langemarck-Denkmäler stellen, die den Heldentod der deutschen Jugend glorifizieren und nicht nur für die Nationalsozialisten als Symbol für den kämpfenden Studenten standen.

Anfang der 1990er-Jahre begann eine Debatte um die politischen Bedeutungen dieses Denkmals. 2006 wurde es von der Aula in den Arkadenhof versetzt und es erfolgte eine künstlerische Umgestaltung zur „Kontroverse Siegfriedskopf“.