Matthaeus (Matthäus) Judex, Dr. med.

Meißen, Deutschland

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1588 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1590 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1593/94 Medizinische Fakultät

Über den Mediziner Mathäus Judex, der dreimal das Amt des Dekans der Medizinischen Fakultät innehatte, ist nicht allzu viel bekannt. Nach einer in den Akten der Medizinischen Fakultät überlieferten Liste der Fakultätsmitglieder stammte er aus Meißen in Sachsen. Sein Studium absolvierte er nicht in Wien, hier wurde er erstmals am 24. Jänner 1586 aktenkundig: An diesem Tag ersuchte Matthäus Judex, der zu dieser Zeit Magister sanitatis war, die Fakultät um Zulassung zur Repetition und um Aufnahme. Die Repetition, d.h. die Überprüfung der Qualifikation von Absolventen anderer Universitäten, fand am 9. Jänner 1587 statt. Am 16. April wurde er in die Fakultät aufgenommen.

Abgesehen von seinen Amtszeiten wurde er kaum in den Fakultätsakten erwähnt: Im August 1587 ersuchte Judex die Niederösterreichische Regierung um Entlassung als Magister sanitatis; die Fakultät schlug Andreas Isingius als seinen Nachfolger vor. Im Mai 1594 gehörte er zu einer Delegation der Fakultät, die die Wiener Apotheken visitierte. 

Matthäus Judex starb am 23. Jänner 1595. Am 11. Mai dieses Jahres wurden der Jurist Stephan Berchtold und Andreas Isingius von Rektor und Konsistorium beauftragt, die Verlassenschaft abzuwickeln. In diesem Zusammenhang wurde der Verstorbene als Leibarzt von Erzherzog Matthias (1557–1619) bezeichnet.

Archiv der Universität Wien, CA VA Fasz. 55 Nr. 7, Verlassenschaftsakt Matthäus Judex (enthält auch Material zu einem ca. 1626 verstorbenen Matthäus Judex).

Ulrike Denk