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Haliczer (Hallister), Erich (Eric) Norbert

13.03.1915–02.09.1956

geb. Leipzig, Deutschland
gest. Corinda, Australien

Erich Norbert Haliczer
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal „Vertriebene Historiker*innen“ Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät 2022

Erich Norbert Haliczer
Erich Norbert Haliczer
Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andr…
Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden („Wenn Namen leuchten“, Iris Andraschek, 2022)

Erich Norbert Haliczer (später: Eric Norbert Hallister), geb. am 13. März 1915 in Leipzig war der Sohn des Kaufmanns Josef Haliczer. Er hatte den Großteil seiner Kindheit und Jugend in Leipzig verbracht, wo er auch sein Studium begonnen hatte. Er wechselte an die Universität Wien und wohnte in Wien 9., Lackierergasse 6/6. Er war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien im 8. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Geschichte, Anglistik sowie Romanistik.

Er wurde im Nationalsozialismus aus "rassischen" Gründen gezwungen, das Studium abzubrechen und die Universität Wien zu verlassen

Haliczer musste 1938 aus Wien fliehen und konnte noch im selben Jahr mit seiner Familie nach Australien emigrieren, wo er seinen Namen in Eric Norbert Hallister anglisierte.

Er ließ sich in Melbourne nieder. Obwohl er gezwungen war, hauptsächlich als Teilzeitstudent zu studieren, konnte er den Honours Course in Germanic languages abschließen und wurde an der University of Melbourne zum Master of Arts (M.A.) graduiert. Er lehrte zunächst am Scots College in Melbourne, bis er Anfang 1948 schließlich zum Assistant Lecturer in Deutsch an der University of Queensland ernannt wurde. 1949 heiratete er seine Frau Enid.

Eric Norbert Hallister wurde 1953 Lektor in Deutsch und 1954 Leiter des Department of German an der University of Queensland. Daneben arbeitete er an der University of Melbourne an der Erlangung des Titels Doctor of Philosophy (Ph.D.).
1955 verbrachte er einen Studienaufenthalt in Westdeutschland.

Er war einer der führenden Kenner des Gesamtwerks von Rainer Maria Rilke in Australien, hatte breites Wissen über die gesamte deutschsprachige Literaturgeschichte und über einige anderssprachige Literaturen sowie über einige Gebiete der deutschen Philosophie (v. a. Existentialismus).

Eric Hallister starb am 2. September 1956 im Alter von nur 41 Jahren in Corinda bei Brisbane/Australien. Als die University of Queensland Gazette im Dezember 1956 einen Nachruf auf ihn veröffentlichte, erschien in der Zeitung auch sein letzter Artikel: »The Problem of University Reform in West Germany«.

Archiv der Universität Wien / Nationale PHIL 1937–1938; freundlicher Hinweis seines Neffen John Haliczer, Australien, 2014.

Autor*innen

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/de/node/45895/revisions/46479/view

Literatur und gedruckte Quellen

Herbert Posch, Martina Fuchs, Wenn Namen leuchten. Von der Universität Wien 1938 bis 1945 vertriebene Geschichte-Studierende und -Lehrende: ein Denkmal. Austria:Forschung und Wissenschaft:Geschichte (Wien, Münster 2022).
Katharina Kniefacz, Herbert Posch, Bildungsbiografien unter den Bedingungen des Exils – Die Wiener Studierenden von 1938 und das Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938. In: Exilforschung: Österreich. Leistungen, Defizite & Perspektiven, herausgegeben von Evelyn Adunka, Primavera Driessen-Gruber, Fritz Hausjell, Irene Nawrocka, 367–391 (Wien 2018).
Herbert Posch, Doris Ingrisch, Gert Dressel, „Anschluß“ und Ausschluss 1938. Vertriebene und verbliebene Studierende der Universität Wien. Emigration-Exil-Kontinuität. Schriften zur zeitgeschichtlichen Kultur- und Wissenschaftsforschung (Münster Wien Berlin 2008).
Keith Leopold, (Obituary Eric Hallister). University of Queensland Gazette (Brisbane) 36 (1956) (1956).

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