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650 plus – Geschichte der Universität Wien

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Haindl, Anton

Dr. med.

1803–1855

geb. Leitmeritz, Böhmen (Litoměřice, Tschechien), Tschechien
gest. Wien, Österreich

Denkmal Direktoren des Allgemeinen Krankenhauses 1784–1989

1851-1855 Direktor des Wiener Allgemeinen Krankenhauses

Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal „AKH-Direktoren“

Denkmal Direktoren des Allgemeinen Krankenhauses 1784–1989
Denkmal Direktoren des Allgemeinen Krankenhauses 1784–1989

Medizin

Anton Haindl wurde 1803 in Leitmeritz als Sohn eines Arztes geboren und besuchte die Schulen in Turnau. Er studierte Medizin an den Universitäten in Prag und Wien und arbeitete dann als Prosektor an der Anatomischen Lehrkanzel in Prag. 1831 wechselte er nach Klagenfurt (Kärnten), wo er eine Professur für Anatomie an der chirurgischen Schule in Klagenfurt annahm. Nur drei Jahre später wechselte er nach Lemberg, wo er 1834 eine Professur für Anatomie an der dortigen Universität annahm und auch Direktor des dortigen Krankenhauses wurde.

1851 wurde er nach Wien berufen, um hier als Direktor das Wiener Allgemeine Krankenhaus zu übernehmen, das nach der Pensionierung Schiffners 1848 für drei Jahre nur unter provisorischer Leitung von Primararzt Theodor Helm gestanden hat, und in diesen Jahren von der Statthalterei für Österreich unter der Enns grundlegend verändert worden war. 1850 wurden das Gebärhaus, das Findelhaus und die Irrenanstalt vom Allgemeinen Krankenhaus verwaltungsmäßig getrennt und unter je eigene Leitung gestellt worden waren. Das AKH blieb trotz der umfassenden Reformen aber eine staatliche Anstalt und wurde nicht der Stadt Wien übergeben. Anton Haindl übernahm damit 1851 eine veränderte, aber immer noch komplexe Organisation. In seine Direktion fällt dann auch 1851 die Erklärung des Bezirkskrankenhauses Wieden zu einer öffentlichen Krankenanstalt und im Jahre 1853 die Eröffnung der ausgegliederten "Irrenanstalt am Bründlfeld" (als Ablöse des bisherigen "Narrenturm"), die spätere Universitäts-Klinik für Psychiatrie, die schon unter seinem Vor-Vorgänger Franz Güntner geplant und vorbereitet worden war.
Anton Haindl richtete im AKH eine Bibliothek für Pfleglinge ein, konnte sonst aber nur wenig gestalten, da während seiner Amtszeit das Spital in Folge schwerer Typhus- und Choleraepidemien großteils heillos überfüllt war.

Er war nur vier Jahre lang Direktor, da er bereits 1855 im Zuge einer Choleraepedemie in Wien starb.

Sein Name findet sich auf dem "Denkmal der Direktoren des Allgemeinen Krankenhauses" im 2. Stock des Stöckelgebäudes (ehem. Direktion des AKH) im Hof 1 am Campus der Universität Wien.

Autor*innen

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/de/node/42893/revisions/43137/view

Literatur und gedruckte Quellen

Theodor Puschmann, Die Medizin in Wien während der letzten 100 Jahre. Nachdruck des Originals von 1884. (Paderborn 2015), online unter https://books.google.at/books?id=LSmeCgAAQBAJ.
Karl Heinz Tragl, Chronik der Wiener Krankenanstalten (Wien and Köln and Weimar 2007).
BMSV|Bundesministerium für Soziale Verwaltung, Wiener Allgemeines Krankenhaus 1784–1934. Gedenkschrift (Innsbruck, Wien, München 1935).
Eduard Meder, Die Direktoren des Wiener Allgemeinen Krankenhauses. Wiener Medizinische Wochenschrift 21 (1935) (1935) 567-572, online unter https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1935&page=584.

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