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Fiedler, Alois

Dr. med.

10.08.1765–20.11.1840

geb. Münsterberg bei Breslau, Schlesien | Ziębice, Polen
gest. Wien, Österreich

Alois Fiedler (1765–1840) als Rektor der Universität Wien

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1821/22 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1822/23 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1823/24 Medizinische Fakultät
Rektor 1824/25
Alois Fiedler (1765–1840) als Rektor der Universität Wien
Alois Fiedler (1765–1840) als Rektor der Universität Wien
Zeitungsbericht zur Wahl des Rektors und anderer Funktionäre, Wiener Zeitung, 13. Dezember 1825
Zeitungsbericht zur Wahl des Rektors und anderer Funktionäre, Wiener Zeitung, 13. Dezember 1825
Todesfallmeldung Alois Fiedler, Medizinisch chirurgische Zeitung, 14. Jänner 1841
Todesfallmeldung Alois Fiedler, Medizinisch chirurgische Zeitung, 14. Jänner 1841

Medizin

Arzneikunde

Alois (Aloys) Fiedler (Fidler) immatrikulierte im Jahr 1780 als Rhetor an der Universität Wien. Er studierte an der Medizinischen Fakultät und erhielt über mehrere Jahre ein Stipendium aus den Unterrichtsgeldern der Niederösterreichischen Regierung. Am 20. Juli 1791 wurde er hier zum Doktor der Arzneykunde (Dr. med.) promoviert.

Er wohnte in der heutigen Wiener Innenstadt, Fischerstiege 374. 1794 heiratete er Karolina (Maria Carolina Alexandra) von Dohalsky (Duhalsky) (1772-1805); das Paar hatte mindestens sechs Kinder, darunter Georgius Fiedler (geb. 1800), Amalia Augustina Fiedler (geb. 1802) und Maria Fiedler (verh. Biedermann, geb. 1803). Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Fiedler 1806 in zweiter Ehe Johanna Antonia Pasqualati von Osterberg (1785-1860).

Fiedler war in Wien als Arzt tätig und war Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften. Über die Krankengeschichte eines Patienten, der 1808 einen der bisher größten bekannten Gallensteine ausschied, publizierte er 1826 – nachdem er die Gallensteine dem anatomisch-pathologischen Museum übergeben hatte – einen Beitrag in den „Medicinischen Jahrbüchern des kaiserlich-königlichen österreichischen Staates“, die von den Directoren und Professoren des Studiums der Heilkunde an der Wiener Universität herausgegeben wurden.

An der Universität Wien fungierte Alois Fiedler als k. k. Prüfungs-Kommissär (Mitglied der Staats-Prüfungs-Kommission) sowie als Prokurator der Ungarischen Nation. Selbst während seines Studiums Stipendiat, wurde Fiedler im Juli 1811 zum Superintendenten der (Nikolaus) Ohlayischen sowie der (Gregor) Mayzenschen Stiftung ernannt. Diese vergaben Stipendien an Studenten der Universität Wien, die aus Ungarn oder Siebenbürgen bzw. aus Kroatien, Dalmatien oder Slawonien stammten. Diese Funktionen übte er über mehrere Jahrzehnte aus. In späteren Jahren administrierte er als Superintendent zudem die Stipendien der N. Büttnerschen Stiftung, der Franz Emerichschen Stiftung für Mediziner sowie der N. Sabicischen Stiftung für Mediziner.
Laut Bericht der Wiener Zeitung wurde Fiedler am 9. Dezember 1820 wurde zum Vice-Dekan der Medizinischen Fakultät gewählt. In den Studienjahren 1821/22, 1822/23 und 1823/24 fungierte er als Dekan dieser Fakultät. Für das Studienjahr 1824/25 wurde er zum Rektor der Universität Wien gewählt. Am 30. November 1825 übergab er das Amt an seinen Nachfolger, den Theologen Meinrad Lichtensteiner.

Im Alter von 78 Jahren starb Alois Fiedler an „Bauchwassersucht“. Als Erbinnen seiner Verlassenschaft wurden in einer Bekanntmachung der Wiener Zeitung genannt: Frau Elisabeth Paravicini, geb. Fiedler, Amalia und Johanna Fiedler sowie Maria Biedermann, geb. Fiedler.
Fiedlers Tochter Maria Biedermann wurde die Großmutter von Berta Kerstan, geb. Hoppe, Ehefrau des Malers und Schriftstellers Karl Ludwig Ferdinand Kerstan.

Werk

Zwey der größten, ohne erregendes Leiden durch den After leicht abgegangenen Gallensteine. Eine kurze Krankengeschichte mit einigen Bemerkungen begleitet, nebst einer nach der Natur ausgemahlten Kupfertafel, in: Medicinische Jahrbücher des kaiserlich-königlichen österreichischen Staates, Band III (1826), S. 78-96 [Kurzbericht in: Medizinisch chirurgische Zeitung, 27. September 1827, S. 443-444].

Siehe auch

> genealogy.net: Eintrag zu Aloys Fiedler

Autor*innen

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/de/node/32999/revisions/34315/view

Literatur und gedruckte Quellen

Andreas Haidinger, Anleitung zur Abfassung aller Arten Gesuche in politischen Angelegenheiten: in Armen-, Dienstbothen-, Ehe-, Gewerbs-, Handels-, Haus-, Militär-, Paß-, Steuersachen u. dergl. (1845), online unter https://books.google.at/books?id=skhZAAAAcAAJ&pg.
Universität Wien, Wienerischer Universitätsalmanach [Taschenbuch der Wiener k.k. Universität | Wienerischer Universitäts-Schematismus]. 1791-1872 Bd. (Wien 1791).

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