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Bernstein, Heinrich

Mag. art., Dr. decr.

14. Jahrhundert–1408

(Henricus (Hinricus, Heynricus) Pernstain (de Bernsteyn))

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1405/06 Juridische Fakultät
Rektor 1406

Über den vermutlich aus der pommerschen Stadt Bernstein (heute Pełczyce in Polen) stammenden Heinrich Bernstein – teilweise auch als Heinrich von Bernstein bezeichnet – gibt es nur wenige Informationen. Er studierte in Prag die artes, wo er 1395 zum Bakkalar und 1398 zum Magister promoviert wurde. Danach widmete er sich den Rechtswissenschaften: 1398 wurde er als Magister artium und Angehöriger der polnischen Nation in die Matrikel der Prager Juristenuniversität eingetragen.

Noch vor Abschluss seines Rechtsstudiums verließ Bernstein Prag. Im Wintersemester 1401/02 wurde er in Wien als Angehöriger der Sächsischen Nation immatrikuliert, im Sommersemester 1402 ließ er sich zusätzlich in die Matrikel der Juridischen Fakultät eintragen.

An der Artistenfakultät bekleidete Heinrich Bernstein mehrfach Ämter wie Prüfer (examinator) oder Berater des Dekans (consiliarius). Möglicherweise war er im Wintersemester 1402/03 Vorsteher der Sächsischen Nation: Die Akten der Artistenfakultät erwähnen ihn im Oktober 1402 als Prokurator, also als Vorsteher einer Nation.

Im Oktober 1405 wurde Bernstein zum Dekan der Juridischen Fakultät gewählt, obwohl er noch nicht das Doktorat hatte. In der Matrikel wurde seine Promotion am 4. Februar 1406 extra verzeichnet. Während seines Dekanats kam es anlässlich der Aufnahme von Gerhard Vischbeck zu einer fakultätsinternen Diskussion, wie mit Absolventen anderer Universitäten zu verfahren sei. Im Sommersemester 1406 wurde Bernstein zum Rektor der Universität gewählt.

Das genaue Todesdatum Heinrich Bernsteins ist nicht bekannt. Im April 1408 wird er explizit als verstorben genannt, möglicherweise starb er bereits im Dezember 1407.

Aus der Lehrtätigkeit Bernsteins sind zwei Traktate über Rentenerträge und den Kauf und Verkauf von Renten erhalten, die in Sammelhandschriften in den Universitätsbibliotheken Kiel und Augsburg überliefert sind. Eine in Eichstätt aufbewahrte Sammelhandschrift aus dem Besitz Konrad Seglauers enthält quaestiones Bernsteins zur Simonie.

Autor*innen

Ulrike Denk

Zuletzt aktualisiert

31.07.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Kurt Mühlberger, Die Matrikel der Wiener Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Matricula Facultatis Juristarum Studii Wiennensis. I. Band: 1402–1442. Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, VI. Reihe: Quellen zur Geschichte der Universität Wien, 3. Abteilung, 1. Band (Wien and München 2011).
Hardo Hilg, Die Handschriften der Universitätsbibliothek Augsburg. Die lateinischen Handschriften Cod. II.1.2°-226 (Wiesbaden 1999).
Paul Uiblein, Acta Facultatis Artium Universitatis Vindobonensis 1385–1416. Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. VI. Reihe: Quellen zur Geschichte der Universität Wien, 2. Abteilung (Graz/Wien/Köln 1968).
Franz Gall, Die Matrikel der Universität Wien, Band 1: 1377–1450: Im Auftrag des Akademischen Senats herausgegeben vom Archiv der Universität Wien. Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, VI. Reihe: Quellen zur Geschichte der Universität Wien, 1. Abteilung. Bd. 1 (Graz and Köln 1956).
Henning Ratjen, Geschichte der Kieler Universitätsbibliothek. In: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1862. , IX:1-63 (Kiel 1863).
Album seu Matricula Facultatis Juridicae Universitatis Pragensis ab anno Christi 1372 usque ad annum 1418 […]. Pars I. . Monumenta Historica Universitatis Carolo-Ferdinandeae Pragensis . Bd. II (Prag 1834).
Joannes Joseph Locher, Speculum academicum Viennensis seu Magistratus antiquissimae et celeberrimae Universitatis Viennensis, a primo ejusdem auspicio ad nostra tempora chronologice, historice, et lemmatice (Wien 1773), online unter http://phaidra.univie.ac.at/o:296305.

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