Logo der Universität Wien

650 plus – Geschichte der Universität Wien

https://geschichte.univie.ac.at/


Martini zu Wasserburg, Karl Anton Freiherr von

15.08.1726–07.08.1800

geb. Revò, Hochstift Trient, Heiliges Römisches Reich | Revò, Italien
gest. Wien, Österreich

Karl Anton von Martini (1726–1800), Naturrecht, Römisches Recht
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal Arkadenhof Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1917

Büste von Hans Mauer, gewidmet durch das Komitee für die Jahrhundertfeier des Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches, aufgestellt 1917.

siehe auch u:monuments: Denkmal Karl Anton von Martini

Ehrentafel-Fakultät Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1893

Die Ehrentafeln der Fakultäten in den Seitenaulen des Hauptgebäudes der Universität Wien wurden am 24. Mai 1893 enthüllt. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät eine Liste von 37 Namen von berühmten Schülern der Universität Wien, darunter jenen von Karl Anton von Martini. Die Liste war für die Fakultät von Prof. Leopold Pfaff bzw. im Auftrag des Senats von Universitätsarchivar Karl Schrauf zusammengestellt worden.

Karl Anton von Martini (1726–1800), Naturrecht, Römisches Recht
Karl Anton von Martini (1726–1800), Naturrecht, Römisches Recht
Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Aula der Universität Wien
Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Aula der Universität Wien
Denkmal für Karl Anton von Martini (1726–1800) im Arkadenhof der Universität Wien, gestaltet von Hans Mauer, aufgestellt 1917
Denkmal für Karl Anton von Martini (1726–1800) im Arkadenhof der Universität Wien, gestaltet von Hans Mauer, aufgestellt 1917

Martini lehrte zur Zeit der Aufklärung als Rechtswissenschafter an der Universität Wien (ab 1754 als Universitätsprofessor für Institutionen und Naturrecht). Sein Vernunftrecht prägte die Reformen von Joseph II.

Karl Anton von Martini wurde in der Nähe von Trient im heutigen Südtirol geboren. Er studierte ab 1741 Jus in Innsbruck und ab 1747 in Wien. Ab 1754 unterrichtete er an der Universität Wien Römisches Recht und Naturrecht und schrieb juristische Lehrbücher, die europaweit verwendet wurden. Zu seinen Schülern zählten die Aufklärer Josef von Sonnenfels (1732–1817) und Franz von Zeiller. Er unterrichtete auch von 1761 bis 1765 Erzherzog Leopold, der als Großherzog der Toskana (und späterer Kaiser Leopold II.) zu einem der aufgeklärtesten Fürsten Europas wurde. 1782 wurde Martini von Kaiser Joseph II. zum Staatsrat ernannt und unterstützte den Kaiser bei seinen Justizreformen. Kurz vor seinem Tod verfasste er noch eines der modernsten Kodifikationen der Zeit, das Bürgerliche Gesetzbuch für Galizien (1797), das als „Ur-Entwurf“ zur Grundlage des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches von 1811 wurde.

1893 wurde sein Name in die Ehrentafel der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät eingetragen. Seit 1917 erinnert ein Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien (gestaltet von Hans Mauer) an Karl Anton von Martini.

Autor*innen

Christoph Limbeck-Lilienau, Dieter Schweizer

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/de/node/28720/revisions/35126/view

Literatur und gedruckte Quellen

Katharina Hötzenecker, Christoph Limbeck-Lilienau, Dieter Schweizer, Bea Laufersweiler, Innovation durch Grundlagenforschung. Der Beitrag wissenschaftlicher Theorien und Entdeckungen zum gesamtgesellschaftlichen Fortschritt. Begleitheft zur Ausstellung an der Universität Wien (Wien 2016), online unter http://phaidra.univie.ac.at/o:560305.
Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien (Wien 2007).

Source URL: https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/personen/karl-anton-freiherr-von-martini-zu-wasserburg