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650 plus – Geschichte der Universität Wien

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Ehrenzweig jun., Albert

Prof. Dr. jur.

01.04.1906–04.06.1974

geb. Herzogenburg, Niederösterreich, Österreich
gest. Berkeley, Kaliornien, Vereinigte Staaten

Ehrenpromotion im Rahmen der 600-Jahrfeier der Universität Wien, Burgtheater Wien, 1965

Sohn des Juristen Albert Ehrenzweig sen.

Ehrung Titel Fakultät Datierung
Ehrensenator*in sen.h.c. 1964/65

Ehrenpromotion im Rahmen der 600-Jahrfeier der Universität Wien, Burgtheater Wien, 1965
Ehrenpromotion im Rahmen der 600-Jahrfeier der Universität Wien, Burgtheater Wien, 1965

Albert Armin Ehrenzweig erwarb nach dem Studium Rechtswissenschaft an den Universitäten Wien und Heidelberg am 18. Dezember 1928 an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien den Grad eines Dr. jur.
Er wurde Privatdozent für Bürgerliches Recht an der Universität Wien und Richter; 1938 wurde seine Venia legendi aus rassistischen Motiven widerrufen und er emigrierte über die Schweiz und England 1939 in die USA (Berkeley / Kalifornien), studierte erneut und erwarb 1941 den Doctor of Jurisprudence an der Chicago University, 1942 LL. M., wurde Forschungsassistent, 1944 Rechtsanwalt, 1947/48 Professor an der School of Law der University of California/Berkeley (bis 1974).
Am 17. Juli 1942 war ihm auch noch der akademische Grad aus rassistischen Gründen aberkannt worden, da er im Nationalsozialismus 'als Jude als eines akademischen Grades einer deutschen Hochschule unwürdig' galt. Erst 13 Jahre nach der Aberkennung und lange nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde ihm der Doktorgrad  am 15. Mai 1955 wieder zuerkannt, bzw. die Aberkennung für 'von Anfang an nichtig' erklärt.

1961 erhielt er an der Universität Wien eine Honorarprofessur für Internationales Privatrecht. Seine Arbeitsschwerpunkte waren Völkerrecht, internationales Recht, Auslandsrecht, Schifffahrtsrecht, Versicherungsrecht.

1964 beschloss der akademische Senat der Universität Wien auf Antrag der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät, Albert Ehrenzweig den akademischen Ehrentitel eines Ehrensenators zu verleihen, da seine „Lehrtätigkeit und wissenschaftliche Produktion an amerikanischen Universitäten Österreich und der Alma Mater Rudolphina, der Stätte seiner wissenschaftlichen Ausbildung, zur großen Ehre gereichte.“ Die Verleihung erfolgte am 12. Mai 1965 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 600. Universitätsjubiläum.

Siehe auch

> Wikipedia (abgerufen am 05.10.2026)

Archiv der Universität Wien, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät, Sachakten, J Cur 393/b GZ 1944 aus 1965.
Archiv der Universität Wien, Senat S 199.3.27, (Ehrenzweig, Albert A.: Verleihung des Ehrendoktorats)

Autor*innen

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert

05.10.2026

Versionierter Zitationslink

https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/de/node/28420/revisions/33312/view

Literatur und gedruckte Quellen

Herbert Posch, Katharina Kniefacz, Friedrich Stadler, Online-Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938, http://gedenkbuch.univie.ac.at/ (2009), online unter http://gedenkbuch.univie.ac.at/.
Kurt Mühlberger, Dokumentation „Vertriebene Intelligenz 1938“. 2. Aufl. (Wien 1993).

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