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Denkmal für Ausgegrenzte, Emigrierte und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien

2008–21. Jahrhundert

2008 wurde vor dem Institut für Kunstgeschichte im Hof 9 des Campus der Universität Wien das Denkmal für vertriebene Kunsthistoriker*nnen der Universität Wien enthüllt. Das von Hans Buchwald nach einer Idee von Wolfgang Georg Fischer gestaltete Mahnmal soll an alle Absolvent*nnen des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien, die aus ethnischen, religiösen und politischen Gründen in der Zeit zwischen 1933/1934 und 1945 ausgegrenzt, vertrieben und ermordet wurden, erinnern. Die Schrifttafel nennt nicht weniger als 70 Betroffene.

Denkmal für Ausgegrenzte, Emigrierte und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts, Campus der Universität Wien
Denkmal für Ausgegrenzte, Emigrierte und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts, Campus der Universität Wien

Das begehbare Denkmal hat die Form eines ringförmigen Tisches, der gewaltsam in zwei Teile gerissen wurde. Stühle sind an diesen Tisch teilweise eng, teilweise locker herangestellt, sodass einige Plätze besetzt werden können, andere aber immer unbesetzt bleiben werden. Eine Glasplatte zwischen den zwei Hälften des Tisches enthält die Namen der bis zum Zeitpunkt der Errichtung ermittelten Betroffenen. Das Zentrum des in der Wiese stehenden Denkmals bildet ein neu gepflanzter Blauglockenbaum.

Im Sinne eines fruchtbaren Zusammenwirkens von Forschung und Lehre wurde zur Enthüllung des Denkmals 2008 im Institut für Kunstgeschichte die Ausstellung „Wiener Kunstgeschichte gesichtet“ eröffnet, die die Recherchen der Studierender zeigte, die im Rahmen intensiver forschungsgeleiteter Lehrveranstaltungen die Namen und Biografien der Betroffenen erforscht hatten (Leitung: Lioba Theis). So sollte den Namen wieder „ein Gesicht“ gegeben werden und die Geschichte persönlicher Lebenswege aufgezeigt werden.

2010 folgte eine weitere Ausstellung, wiederum von Studierenden unter der Leitung von Lioba Theis erarbeitet: „Ausgegrenzt, Vertrieben, Ermordet“, die auch die Biografien der 1938 vertriebenen Kunstgeschichte-Studierenden zeigte, die am Denkmal nicht namentlich genannt werden.

Die Ergebnisse dieser und weiterer Aktivitäten sind in einer ständigen Online-Präsentation ablesbar: geschichtegesichtet.univie.ac.at/denkmal.html

Liste der geehrten Kunsthistoriker*iInnen

Im November 2021 fand die Lichtinstallation „Lichtung“ von Tim Schmelzer am Denkmal statt.

Am Ende des Widmungstextes wird auch jener gedacht, "deren Namen wir nicht kennen, sowie aller anderen verfolgten Angehörigen der Universiät Wien."

Autor*innen

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert

16.10.2026

Versionierter Zitationslink

https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/de/node/27313/revisions/27313/view

Literatur und gedruckte Quellen

Herbert Posch, Kunst und Zeitgeschichte. Erinnerung – Gedenken – Universität. In: Update! Perspektiven der Zeitgeschichte, Zeitgeschichtetage 2010, herausgegeben von Linda Erker, Alexander Salzmann, Lucile Dreidemy, Klaudija Sabo, 708–733 (Innsbruck and Wien 2012), online unter https://www.forum-zeitgeschichte.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_f….
Pressetext „Enthüllung des Denkmals für Ausgegrenzte, Emigrierte und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien in Hof 9 des Campus (AAKH) vor dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien“ (Wien 2010), online unter http://kunstgeschichte.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/inst_kunstges….
Pressetext: „Baubeginn. Denkmal für Ausgegrenzte, Vertriebene und Ermordete des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien.“ News auf der Homepage des Instituts für Kunstgeschichte August 2008 (Wien 2008), online unter http://kunstgeschichte.univie.ac.at/index.php?id=30658#c86470.
Catharina Kahane, Nina Schedlmayer, „Ausgegrenzt – Vertrieben – Ermordet“. Das Wiener Institut für Kunstgeschichte gedenkt der Opfer des Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Kunstgeschichte aktuell 25 (2008) (2008) 3.

Source URL: https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/artikel/denkmal-kunstgeschichte