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Tannstetter, Georg

Mag. art., Prof. med.

04.1482–26.03.1535

geb. Rain am Lech, Bayern, Deutschland
gest. Innsbruck, Österreich

Bildnisrelief von Georg Tannstetter (1482–1535), Astronomie, Astrologie und Mathematik, mit Sohn Christian, Holzrelief 1521…

(Georgivs Tannstetter Collimitivs)

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1512 Artistenfakultät
Rektor 1512/13
Dekan*in 1514 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1520 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1524/25 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1528/29 Medizinische Fakultät
Bildnisrelief von Georg Tannstetter (1482–1535), Astronomie, Astrologie und Mathematik, mit Sohn Christian, Holzrelief 1521…
Bildnisrelief von Georg Tannstetter (1482–1535), Astronomie, Astrologie und Mathematik, mit Sohn Christian, Holzrelief 1521 im Benediktinerstift Melk
Tannstetter Georg Collimitius (1482–1535), Astronomie, Astrologie und Mathematik
Tannstetter Georg Collimitius (1482–1535), Astronomie, Astrologie und Mathematik
Georg Tannstetter (1482–1535), Astronomie Astrologie und Mathematik
Georg Tannstetter (1482–1535), Astronomie Astrologie und Mathematik

Georg Tannstetter wurde im April 1482 in Rain am Lech geboren. Vom Geburtsort leitete er seinen Humanistennamen Collimitius ab (Rain = Grenze, collimitium = Grenze zwischen zwei Orten). Er studierte ab 1497 in Ingolstadt, wo Andreas Stiborius und Konrad Celtis seine Lehrer waren, und wurde dort 1501 zum Magister artium promoviert. Im Wintersemester 1502/03 kam er an die Universität Wien, wo er 1503 an der Artistenfakultät rezipiert und schon bald im Lehrbetrieb mit mathematisch-astronomischen Vorlesungen aktiv wurde. Ab 1512/13 wird er als Inhaber eines Lehrstuhles für Mathematik und Astronomie genannt. Tannstetter hat ab 1508 auch an der Wiener medizinischen Fakultät studiert und dort 1513 das Doktorat erhalten. Tannstetter erwarb sich Bekanntheit durch astronomische Publikationen, befasste sich jedoch auch mit Astrologie, was im Dienste des Kaisers Maximilian I. (er war auch dessen Leibarzt) besonders gefragt war. Tannstetters zeitgenössischer Ruhm gründete nicht zuletzt auf seinem angeblichen Verdienst, den Todeszeitpunkt des Kaisers sowie die akademische Karriere des Wolfgang Lazius richtig vorausgesagt zu haben. Inspiriert vom Humanistennetzwerk seines Lehrers Konrad Celits (Sodalitas Danubiana) errichtete er eine eigene Gelehrtenrunde, die als Sodalitas Collimitiana bezeichnet wurde. Tannstetter verfasste eine Vielzahl an Publikationen, gab antike und spätmittelalterliche Schriften über Mathematik und Astronomie heraus und erwarb sich auch als Kartograph Verdienste.

Autor*innen

Thomas Maisel

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Franz Graf-Stuhlhofer, Humanismus zwischen Hof und Universität: Georg Tannstetter (Collimitius) und sein wissenschaftliches Umfeld im Wien des frühen 16. Jahrhunderts. Schriftenreihe des Universitätsarchivs, Universität Wien. Bd. 8 (Wien 1996).
Franz Gall, Die Matrikel der Universität Wien, Band 2: 1451–1518/I: Im Auftrag des Akademischen Senats herausgegeben vom Archiv der Universität Wien. Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, VI. Reihe: Quellen zur Geschichte der Universität Wien, 1. Abteilung. Bd. 2 (Graz and Wien and Köln 1967).
Joannes Joseph Locher, Speculum academicum Viennensis seu Magistratus antiquissimae et celeberrimae Universitatis Viennensis, a primo ejusdem auspicio ad nostra tempora chronologice, historice, et lemmatice (Wien 1773), online unter http://phaidra.univie.ac.at/o:296305.

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