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Khlesl, Melchior

Mag. art., Lic. theol.

19.02.1552–18.09.1630

geb. Wien, Österreich
gest. Wiener Neustadt, Österreich

Melchior Khlesl

Passauer Offizial, Dompropst zu St. Stephan, 1587 auch Bischof von Wiener Neustadt, 1594 Bischof von Wien, 1616 auch Kardinal

Funktion Zeitraum Fakultät
Universitätskanzler 1579–1630
Dekan*in 1590/91 Katholisch-Theologische Fakultät
Dekan*in 1591 Katholisch-Theologische Fakultät
Rektor 1591/92
Dekan*in 1592 Katholisch-Theologische Fakultät
Melchior Khlesl
Melchior Khlesl

Melchior Khlesl, aus protestantischer Wiener Bürgerfamilie gebürtig; hörte ab 14 an der Wiener Universität Philosophie, konvertierte 18jährig und studierte dann bei Jesuiten in Wien und Ingolstadt Theologie. Als Lizensiat 1579 Priester, Dompropst zu St. Stephan und damit Kanzler der Universität Wien, 1580/81 zudem Offizial und General­vikar des Passauer Bischofs für das Land unter der Enns, 1588 bzw. 1598 Bischof von Wiener Neustadt und Wien. In diesen Ämtern betrieb er mit Eifer die Rekatholisierung von Universität und Region, Kaiser und Papst ernannten ihn 1590 zum „Generalreformator“. Er setzte u.a. die Verpflichtung zur Ablegung des röm.-kath. Glaubensbekenntnisses für alle Graduanden durch. Obwohl Khlesl als Kanzler der Universität teilweise gegen die Interessen der Jesuiten aufgetreten war, und ihnen die beiden theologischen Lehrkanzeln entziehen wollte, wurde unter seiner Ägide eine Reformkommission gebildet, die 1609 erstmals die Idee der Übertragung des gesamten philosophischen Studiums an die Jesuiten zur Diskussion stellte (umgesetzt 1623). Als Kanzler am Hof Kaiser Mathias‘ (1612-19) setzte er sich im Vorfeld des 30jährigen Krieges für einen Ausgleich mit Protestanten ein und erreichte Friedensschluss mit Osmanen; 1615 Kardinal. Da er auch nach Prager Fenstersturz 1618 noch für eine Verständigung eintrat, veranlassten politi­sche Gegner im Erzhaus seine Verhaftung und Entmachtung. Nach Jahren in Gewahrsam rehabilitiert, widmete er sich ab 1627 bis zum Tod in Wien und Wiener Neustadt nur mehr kirchlichen Aufgaben.

Autor*innen

Rupert Klieber, Thomas Maisel

Zuletzt aktualisiert

30.07.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Franz Gall, Marta Szaivert, Die Matrikel der Universität Wien, Band 5: 1658/59–1688/89: Im Auftrag des Akademischen Senats herausgegeben vom Archiv der Universität Wien. Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, VI. Reihe: Quellen zur Geschichte der Universität Wien, 1. Abteilung. Bd. 5 (Wien, Köln, Graz 1975).
Franz Gall, Hermine Paulhart, Die Matrikel der Universität Wien, Band 4: 1579/II–1658/59: Im Auftrag des Akademischen Senats herausgegeben vom Archiv der Universität Wien. Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, VI. Reihe: Quellen zur Geschichte der Universität Wien, 1. Abteilung. Bd. 4 (Wien, Köln, Graz 1974).
Anton Wappler, Geschichte der theologischen Facultät der K.K. Universität zu Wien: Festschrift zur Jubelfeier ihres fünfhundertjährigen Bestehens (Wien 1884), online unter https://phaidra.univie.ac.at/detail/o:15602.
Joannes Joseph Locher, Speculum academicum Viennensis seu Magistratus antiquissimae et celeberrimae Universitatis Viennensis, a primo ejusdem auspicio ad nostra tempora chronologice, historice, et lemmatice (Wien 1773), online unter http://phaidra.univie.ac.at/o:296305.

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