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650 plus – Geschichte der Universität Wien

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Pick, Ernst Peter

o. Univ.-Prof. Dr.

18.05.1872–15.01.1960

geb. Jaromer, Böhmen, Tschechien
gest. New York, New York, Vereinigte Staaten

Ernst Peter Pick (1872–1960), Angewandte medizinische Chemie, Pharmakologie
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Ehrendoktorat Dr. med. h.c. Medizinische Fakultät 1951/52

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1932/33 Medizinische Fakultät
Ernst Peter Pick (1872–1960), Angewandte medizinische Chemie, Pharmakologie
Ernst Peter Pick (1872–1960), Angewandte medizinische Chemie, Pharmakologie

Nach dem Studium an der Prager Deutschen Universität promovierte er 1896 zum Dr. med., arbeitete anschließend am physiologisch-chemischen Institut in Straßburg und von 1899 bis 1911 als Assistent von Richard Paltauf sowie später als Chef der Biochemischen Abteilung am Serotherapeutischen Institut der Universität Wien. 1904 wurde er für angewandte medizinische Chemie an der Universität Wien habilitiert und 1912 außerordentlicher Professor. 1911 wurde er außerdem Assistent am Pharmakologischen Institut als Assistent von Hans Horst Meyer, habilitierte sich 1919 für experimentelle Pharmakologie und Toxikologie und war ab 1924 Ordinarius für Pharmakologie an der Universität Wien, Leiter des Pharmakologischen Instituts sowie Direktor der experimentell pharmakologischen Untersuchungsanstalt, 1932/33 auch Dekan der Medizinischen Fakultät. 1924 erhielt er den Ignaz L. Lieben-Preis für Pharmakologie. Seine wichtigsten Arbeitsgebiete waren Serologie, Chemie der Antigene und Immunitätslehre.

Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen verfolgt und am 28. Mai 1938 seines Amtes enthoben, zwangspensioniert und von der Universität Wien vertrieben.

Seine Wohnung wurde durch die Gestapo durchsucht, er wurde festgenommen und vorübergehend inhaftiert. 
Er emigrierte über Paris/Frankreich nach New York/USA, wo er seine Forschungsarbeiten weiterführen konnte. Ernst Pick arbeitete bis 1946 als Clinical Professor an der Columbia University und war1945 Mitbegründer der Austrian University League of America, eine Vereinigung österreichischer Wissenschafter, die sich für die Interessen der österreichischen Hochschulen und für emigrierte österreichische AkademikerInnen engagierte. Das Angebot der Universität Wien, 1946 eine Honorarprofessur für Pharmakologie zu übernehmen, lehnte Pick ab. Er arbeitete als Associated Pharmacologists am Mount Sinai Hospital und als Berater für das Merck Research Institut. 

1952 verlieh ihm die Medizinische Fakultät der Universität Wien den Ehrendoktortitel, 1957 wurde ihm die Silberne Medaille für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

ARIAS, Ernst Peter Pick in: ARIAS 2008; UB MedUni Wien/van Swieten Blog; 100 Jahre Österreichische Krebshilfe 2010, 47.

Autor*innen

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/de/node/25287/revisions/32096/view

Literatur und gedruckte Quellen

N. N., Ernst Peter Pick. Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Wien 2015), online unter http://www.oeaw.ac.at/online-gedenkbuch/gedenkbuch/personen/i-p/ernst-p….
Herbert Posch, Katharina Kniefacz, Friedrich Stadler, Online-Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938, http://gedenkbuch.univie.ac.at/ (2009), online unter http://gedenkbuch.univie.ac.at/.
Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden (Wien 2004).
Rudolf Werner Soukup, Die wissenschaftliche Welt von gestern. Die Preisträger des Ignaz. L. Lieben-Preises 1865–1937 und des Richard Lieben-Preises 1912–1928. Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsforschung 4 (Wien 2004).
Kurt Mühlberger, Dokumentation „Vertriebene Intelligenz 1938“. 2. Aufl. (Wien 1993).
Margarethe Kowall, Die 1938 von der Universität verwiesenen Mitglieder des akademischen Lehrkörpers der Philosophischen Fakultät Wien, ungedr. phil. Diss. Univ. Wien (Wien 1983).
Judith Merinsky, Die Auswirkungen der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich auf die Medizinische Fakultät im Jahre 1938 – Biographien entlassener Professoren und Dozenten, ungedr. phil. Diss. Univ. Wien (Wien 1980), online unter https://repositorium.meduniwien.ac.at/obvumwoa/content/titleinfo/2466614.

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