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Langer Ritter von Edenberg, Karl

Univ.-Prof. Dr. med.

15.04.1819–07.12.1887

geb. Wien, Österreich
gest. Schwarzspanierstraße 7 , Wien, Österreich

Karl Langer von Edenberg (1819–1887), Anatomie
Ehrung Titel Fakultät Datierung
Denkmal Arkadenhof Medizinische Fakultät 1903

Skulptur von Alfonso Canciani, finanziert aus Staatsmitteln, enthüllt 1903.

siehe auch u:monuments: Denkmal Karl Langer von Edenberg

Ehrentafel-Fakultät Medizinische Fakultät 1893

Die Ehrentafeln der Fakultäten in den Seitenaulen des Hauptgebäudes der Universität Wien wurden am 24. Mai 1893 enthüllt. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Ehrentafel der Medizinischen Fakultät eine Liste von 33 Namen von berühmten Schülern der Universität Wien, darunter jenen von Karl Langer. Die Liste war für die Fakultät von Prof. August Emil Vogl bzw. im Auftrag des Senats von Universitätsarchivar Karl Schrauf zusammengestellt worden.

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1871/72 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1872/73 Medizinische Fakultät
Dekan*in 1873/74 Medizinische Fakultät
Rektor 1875/76 Medizinische Fakultät
Karl Langer von Edenberg (1819–1887), Anatomie
Karl Langer von Edenberg (1819–1887), Anatomie
Karl Langer von Edenberg (1819–1887), Anatomie
Karl Langer von Edenberg (1819–1887), Anatomie
Das Professorenkollegium der Medizinischen Fakultät 1882
Das Professorenkollegium der Medizinischen Fakultät 1882
Denkmal für Karl Langer von Edenberg im Arkadenhof der Universität Wien, gestaltet von Alfonso Canciani, enthüllt 1903
Denkmal für Karl Langer von Edenberg im Arkadenhof der Universität Wien, gestaltet von Alfonso Canciani, enthüllt 1903
Ehrentafel der Medizinischen Fakultät, Aula der Universität Wien
Ehrentafel der Medizinischen Fakultät, Aula der Universität Wien

Medizin

Anatomie

Karl (Carl) Langer-Edenberg, Sohn eines Militärrechnungsbeamten, besuchte das Gymnasium in Pilsen, Neuhaus sowie Saaz und absolvierte ab 1834 das philosophische Grundstudium an der der Karls-Universität Prag. 1836 nahm er ebendort ein Medizinstudium, unter anderem bei dem Anatomen Joseph Hyrtl und dem Pathologen Julius Vincenz von Krombholz, auf. 1838 wechselte er an die Universität Wien, wo er 1842 bei dem Physiologen und Anatomen Joseph Julius Czermak mit der Dissertation „Über den Bau der Nerven“ zum Doktor der Medizin promoviert wurde.

Nach der Promotion begann Karl Langer-Edenberg als Assistent, später auch als Prosektor am Anatomischen Institut der Universität Wien zu arbeiten, zunächst unter Josef von Berres, seit 1845 unter seinem ehemaligen Lehrer Hyrtl. Während der Revolution 1848 war er in der Akademischen Legion aktiv und wirkte während des Wiener Oktoberaufstandes als Hilfsarzt am Wiedener Krankenhaus. Mit der Schrift „Ueber den Haarwechsel bei Tieren und Menschen“ wurde er 1849 für Anatomie habilitiert, übernahm zunächst die Supplierung der Vorlesungen seines Doktorvaters Czermak und schließlich nach dessen Tod 1851 einen entsprechenden Lehrauftrag. Nachdem er mit Hyrtl intensiv am Aufbau eines vergleichenden-anatomischen Museums gearbeitet und sich im Zuge dessen in die Zoologie vertieft hatte, wurde Langer noch 1851 auf eine Vertretungsprofessur für Zoologie an die Universität Pest berufen. 1856 kehrte er nach Wien zurück, um eine Professur für Deskriptive Anatomie an die medizinisch-chirurgischen Josephsakademie (Josephinum) zu übernehmen.

Karl Langer-Edenbergs wissenschaftliches Wirken war zunächst stark von seinem Lehrer Czermak geprägt und er befasste sich mit mikroskopischer, besonders aber physiologischer Anatomie. Im Zuge seiner Arbeit mit Hyrtl wandte er sich auch der vergleichenden Anatomie – wie der Studie über die Milchdrüse 1852 – sowie zoologischen Untersuchungen zu. Er publizierte zu verschiedensten Gebieten der menschlichen Anatomie, besonders zum Bewegungsmechanismus der Gelenke, aber auch zur Haut, zum Wachstum des Skeletts oder zu den Beckeneingeweiden etc. 1865 veröffentlichte er ein „Lehrbuch der Anatomie des Menschen“, das ab der 2. Auflage 1882 unter dem Titel „Lehrbuch der systematischen und topographischen Anatomie“ mehrfach neu aufgelegt wurde. Sein Spätwerk „Anatomie der äusseren Formen des menschlichen Körpers“ (1884) sollte schließlich auch unter Künstlern große Beachtung finden.

Nach der Auflösung des Josephinums wurde Karl Langer-Edenberg 1870 als Professor an die Universität Wien übernommen. Hier wurde ihm die neuerrichtete II. Lehrkanzel für Anatomie übertragen. 1874 folgte er Hyrtl als Inhaber des I. Anatomischen Lehrstuhls nach. Zu seinen Assistenten zählten die späteren Anatomieprofessoren Carl Toldt und Emil Zuckerkandl.
Neben Forschung und Lehre engagierte sich Langer-Edenberg auch hochschulorganisatorisch und -politisch. In drei aufeinanderfolgenden Studienjahren (1871/72 bis 1873/74) fungierte er als Dekan der Medizinischen Fakultät und 1875/76 als Rektor der Universität Wien. Er war maßgeblich an der Erstellung einer neuen medizinischen Rigorosenordnung beteiligt, die die praktische Ausbildung der angehenden Ärzte stärker fokussierte und 1872 in Kraft trat. Diese Aktivitäten setzte er 1879 verstärkt fort, als er als Nachfolger von Carl von Rokitansky zum medizinischen Referenten des Ministeriums für Cultus und Unterricht ernannt wurde. In dieser Funktion konnte er nicht nur die Errichtung eines Studiersaales erreichen, sondern auch den Neubau des Anatomischen Institutsgebäudes in der Währinger Straße anregen, der 1886 eröffnet werden konnte.

Karl Langer-Edenberg, der als wichtiger Vertreter der Wiener Medizinischen Schule des 19. Jahrhunderts gilt, wurde für seine Leistungen mehrfach geehrt: Er wurde 1857 als korrespondierendes und 1867 als wirkliches Mitglied in die kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien aufgenommen. Als Mitglied des Niederösterreichischen Sanitätsrates (ab 1870) sowie des Obersten Sanitätsrates (ab 1879) übernahm Langer-Edenberg zusätzlich gesundheitspolitische Aufgaben. Er war zudem Gründungsmitglied und von 1879 bis 1887 Vizepräsident der Wiener Anthropologischen Gesellschaft. 1872 wurde er zum Hofrat ernannt und 1884 mit dem Adelstitel ausgezeichnet.
Die Universität Wien ehrte ihn 1893 mit der Eintragung seines Namens auf der Ehrentafel der Medizinischen Fakultät und 1903 mit der Enthüllung eines Denkmals im Arkadenhof des Universitätshauptgebäudes (gestaltet von Alfonso Canciani, finanziert aus Staatsmitteln).

Werke (Auswahl)

Ueber den Bau der Nerven (Dissertation), 1842.
Ueber den Haarwechsel bei Tieren und Menschen (Habilitationsschrift), 1849.
Ueber den Bau und die Entwicklung der Milchdrüse bei beiden Geschlechtern, 1851.
Lehrbuch der Anatomie des Menschen, 1865 (ab 2. Auflage: Lehrbuch der systematischen und topographischen Anatomie (12. Auflage, hg. von Carl Toldt und Felix Sieglbauer, 1921).
Wachsthum des menschlichen Skeletes mit Bezug auf den Riesen, 1872.
Über Willis Fortschritte in der Anatomie des Gehirns (Inaugurationsrede), 1875.
Leibesform und Gewandung. Ein anatomischer Excurs, 1878.
Anatomie der äusseren Formen des menschlichen Körpers, 1884.

Siehe auch

> Österreichisches Biographisches Lexikon (abgerufen am 04.09.2025)
> Wien Geschichte Wiki (abgerufen am 04.09.2025)
> Deutsche Biographie (abgerufen am 04.09.2025)
> u:monuments: Denkmal Karl Langer von Edenberg (abgerufen am 04.09.2025)

Autor*innen

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert

20.07.2026

Versionierter Zitationslink

https://geschichte-v2026.visuelles.xyz/de/node/25189/revisions/33754/view

Literatur und gedruckte Quellen

Brigitte Lohff, Daniela Angetter, Birgit Nemec, Herbert Posch, Christiane Druml, Paul Weindling, Das Josephinum als Ort der wissenschaftlichen Medizin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Medizin und Wissenschaft in Wien 1848–1955. In: Strukturen und Netzwerke: Medizin und Wissenschaft in Wien 1848–1955, 117-152, online unter https://books.google.at/books?id=Cjt8DwAAQBAJ.
Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien (Wien 2007).
Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden (Wien 2004).
Daniela Angetter, Die Wiener Anatomische Schule. Wiener klinische Wochenschrift 111, Nr. 18 (1999) (1999) 764–774.
Erna Lesky, Die Wiener Medizinische Schule im 19. Jahrhundert. Studien zur Geschichte der Universität Wien 6 (Wien/Graz/Köln 1965).
Leopold Schönbauer, Das Medizinische Wien. Geschichte, Werden, Würdigung (Wien and Berlin 1944).
Carl Toldt, Carl Langer Ritter von Edenberg. Eine Gedenkrede zur Feier der Aufstellung eines Denkmales für denselben in den Arkaden der Wiener Universität (Wien 1903).
Carl Toldt, Karl Langer Ritter von Edenberg. Wiener klinische Wochenschrift 16, Nr. 22 (1903) (1903) 637ff.
Julius Leopold Pagel, Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts (Berlin, Wien 1901).
Eduard Sueß, Carl von Langer. Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien für das Jahr 1888 38 (1888) (1888) 185ff.
Carl Toldt, Carl von Langer. Ein Nachruf. Wiener medizinische Wochenschrift 37, Nr. 51 (1887) (1887) 1657–1661.
Ferdinand Hochstetter, Prof. Karl Langer. Wiener medizinische Blätter 50 (1887) (1887) 1597–1599.
Agathon Wernich, August Hirsch, Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte aller Zeiten und Völker. (1884-1888) (Wien u.a. 1884).
Constantin Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche seit 1750 in den österreichischen Kronländern geboren wurden oder darin gelebt und gewirkt haben, 60 Tl (Wien).
Universität Wien, Die Feierliche Inauguration des Rektors der Wiener Universität für das Studienjahr … [1890–1967] an der Universität Wien (Wien).

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