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Kaiser, Johann Nepomuk

o. Prof. Dr. phil.

02.05.1792–18.03.1865

geb. Rosenegg bei Steyr, Österreich
gest. Sechskrügelgasse 12 , Wien, Österreich

Funktion Zeitraum Fakultät
Dekan*in 1845/46 Philosophische Fakultät
Rektor 1857/58

Johann Nepomuk Kaiser besuchte das Gymnasium in Kremsmünster und Graz, ehe er von 1812 bis 1814 die philosophischen Jahrgänge an der Universität Wien absolvierte. 1815 nahm er das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Graz auf, bis er 1819 kurzzeitig als Privatlehrer und als Supplent am Grazer Gymnasium arbeitete. Im Folgejahr wechselte er als Lehrender für Weltgeschichte an die Philosophische Lehranstalt in Görz. Ab 1825 unterrichtete er hier auch Lateinische Philologie. Nach 20 Jahren in Görz wurde Kaiser 1840 an die Universität Olmütz berufen, wo er  1841 zum Doktor der Philosophie promoviert wurde.

1842 erfolgte schließlich Johann Nepomuk Kaisers Berufung als ordentlicher Professor der Welt- und der österreichischen Staatengeschichte, der Diplomatik und Heraldik an die Universität Wien. In den 20 Jahren seiner Lehrtätigkeit an der Universität Wien – bis zu seiner Emeritierung 1862 – bemühte sich Kaiser, einen diplomatischen Lehrapparat aufzubauen, und trug damit maßgeblich zur Begründung der Wiener Schule der Urkundenlehre bei. Mit wissenschaftlichen Publikationen trat Kaiser weder vor noch nach seiner Berufung an die Universität Wien hervor.

Kaiser, der bereits im Studienjahr 1846/47 als Dekan der Philosophischen Fakultät amtierte, zählte bereits im Vormärz zu den Verfechtern der Lehr- und Lernfreiheit und spielte im Revolutionsjahr 1848 eine wichtige Rolle im liberal-konservativen Lager. Im Studienjahr 1857/58 wurde er zum Rektor der Universität Wien gewählt und fungierte zudem als Superintendent mehrerer Universitätsstiftungen.

Vielfach geehrt wurde Johann Nepomuk Kaiser etwa 1850 mit dem Franz-Josephs-Orden ausgezeichnet. Er war Mitglied der Geographischen Gesellschaft in Wien und korrespondierendes Mitglied der k. k. Ackerbau-Gesellschaft in Görz.

Autor*innen

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert

24.09.2026

Versionierter Zitationslink

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Literatur und gedruckte Quellen

Thomas Winkelbauer, Das Fach Geschichte an der Universität Wien. Schriften des Archivs der Universität Wien. Bd. 24 (Göttingen 2018).
Daniela Saxer, Die Schärfung des Quellenblicks. Forschungspraktiken in der Geschichtswissenschaft 1840–1914. Ordnungssysteme. Bd. 37 (2014).
Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden (Wien 2004).
Theresia Mayerhofer, Der Lehrkörper der Philosophischen Fakultät der Universität Wien von 1848 bis 1873 (Dissertation, Universität Wien) (Wien 1982).
Elisabeth Gürtler, Das Studium an den Gymnasien und an der philosophischen Fakultät der Alma mater Rudolphina in der Zeit von 1800 bis zur Revolution 1948 (Universität Wien 1981).
Robert Ruscher, Johann Nepomuk Kaiser, 1792–1865. Leben und Wirken eines österreichischen Historikers (Universität Wien 1969).
Alphons Lhotsky, Geschichte des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 1854–1954 (Graz and Köln 1954).
F. Pfohl, Die Entwicklung der Urkundenlehre an der Wiener Universität 1773–1854 (Universität Wien 1948).
A. Matiasek, Die Entwicklung des Geschichtsunterrichts an der Wiener Universität von der Zeit des Humanismus bis 1848 (Universität Wien 1934).
Universität Wien, Wienerischer Universitätsalmanach [Taschenbuch der Wiener k.k. Universität | Wienerischer Universitäts-Schematismus]. 1791-1872 Bd. (Wien 1791).
Österreichisches biographisches Lexikon 1850–1950. (1951-heute) (Wien).

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